Ein Zugewinn – Klimaschutzmanagerin Tabea Ratermann hat ihre Arbeit aufgenommen

Tabea Ratermann arbeitet seit dem 01.03.2026 im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid als Klimaschutzmanagerin. Zuvor hat sie an der Ruhruniversität Bochum „Nachhaltige Entwicklung“ studiert. Sie kommt aus einer Kleinstadt in Niedersachsen und wohnt jetzt in Gelsenkirchen.

Tabea Ratermann hat der Stabsstelle für Kommunikation folgende Fragen beantwortet:

 

Wie würdest du einem 10‑jährigen Kind erklären, was du heute beruflich machst?

Ich lebe jetzt in einer Großstadt und arbeite da in der Evangelischen Kirche! Zu der Kirche gehören noch viel mehr Gebäude als nur die Kirchen selbst: Pfarr- und Gemeindehäuser, Friedhöfe, KiTas und, und, und. Den Klimawandel kennst du ja schon. Wenn die Gebäude der Kirche genutzt werden, werden Treibhausgase ausgestoßen. Mein Job ist es, zu überlegen, wie wir weniger davon produzieren und so das Klima schützen können. Dieser Plan wird dann in den nächsten Jahren umgesetzt.

Welche Vorurteile oder Fehlannahme über Klimaschutz würdest du am liebsten sofort aus der Welt schaffen?

Am liebsten würde ich die Annahme aus der Welt schaffen, dass Klimaschutz vor allem Verzicht und Einschränkungen bedeutet. Natürlich gehören Anpassungen und Veränderungen zum Klimaschutz dazu, die bringen aber auch viele Gewinne mit sich. Er ist eine Chance, Dinge anders anzugehen und sich weiterzuentwickeln.

Ein anderes Vorurteil ist, dass die heutigen Anstrengungen erst zukünftigen Generationen zugutekommen und wir selbst davon kaum etwas merken. Der Klimawandel ist bereits heute spürbar, und Klimaschutzmaßnahmen verbessern schon jetzt die Lebensqualität. Zum Beispiel durch sauberere Luft, kühlere Innenstädte oder bessere Fahrradwege. Natürlich entfalten einige Maßnahmen ihre volle Wirkung erst in einigen Jahren, aber vieles verbessert sich viel schneller. Wir schützen das Klima also nicht nur für kommende Generationen, sondern auch für uns.

Worauf freust du dich am meisten im Kirchenkreis – welches Potenzial siehst du hier?

Ich bin für die Arbeit im Kirchenkreis von Bochum nach Gelsenkirchen gezogen und freue mich deswegen ganz unabhängig von meinen Aufgaben darauf, die verschiedenen Gemeinden, Orte und Menschen im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid kennenzulernen. Ich freue mich aber natürlich auch auf die Arbeit im Bereich Klimaschutz. Hier möchte ich seit der Grundschule arbeiten und ich bin stolz, jetzt in dem Bereich angekommen zu sein. Als besonderes Potenzial sehe ich, dass die Evangelische Kirche sich richtig gute und ambitionierte Ziele im Bereich Klimaschutz gesteckt hat und diese auch umsetzen will. Ich fühle mich hier gleichzeitig herzlich willkommen und glaube deswegen, dass wir im Bereich Klimaschutz mit vielen Menschen an einem Strang ziehen, darauf freue ich mich.

Klimaschutz in der Kirche klingt für viele erstmal ungewöhnlich: Was hat dich gerade daran gereizt?

Die Kirche will Klimaschutz wirklich umsetzen. Mir war wichtig, einen Job zu finden, in dem ich nicht an „Greenwashing-Konzepten“ (Vortäuschung von Umweltfreundlichkeit zu Marketingzwecken), sondern tatsächlich etwas bewegen kann. Außerdem ist die Kirche eine große Institution mit Vorbildcharakter. Wenn hier Klimaschutz angegangen wird, macht das einen echten, messbaren Unterschied. Und schließlich passt Klimaschutz inhaltlich sehr gut zur Kirche. Stichwort „Bewahrung der Schöpfung“. Ich glaube, dass sich viele Menschen in der Kirche genau deshalb für die Themen des Klimaschutzes begeistern lassen.

Welche Werte der Kirche passen besonders gut zu nachhaltigem Arbeiten?

Ich habe Nachhaltige Entwicklung studiert und mich auch deswegen in den letzten Jahren viel mit dem Thema auseinandergesetzt. Nachhaltigkeit lässt sich unglaublich breit fächern und betrifft nicht nur den Klimaschutz. Gleichzeitig betrifft Klimaschutz auch nicht nur ökologische Bereiche. Soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sind eng miteinander verschlungen. Werte der Kirche wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Solidarität, Verantwortung und der Schutz des Lebens passen dazu gut.

„Wenn ich nicht Klimaschutz machen würde, dann…“

…würde ich mir einen Job im Bereich soziale Nachhaltigkeit suchen, zum Beispiel in einem Verein oder Quartiersprojekt. Aber trotzdem würde ich mich auch da freuen, wenn das Thema Klimaschutz ein Teil meiner Arbeit wäre.

Du sagst du kommst ursprünglich aus einer niedersächsischen Kleinstadt: Welche drei Dinge beschreiben das Leben dort am Besten– und welche drei Worte passen zu deinem Leben im Ruhrgebiet?

Meine Heimatstadt:

  • Fahradstadt
  • friedlich
  • abgekapselt

Das Ruhrgebiet:

  • abwechslungsreich
  • Angebote
  • aufregend