Die Bleckkirche
Die älteste erhaltene Kirche Gelsenkirchens


Die Geschichte der Bleckkirche
Die „Capelle am Blecke“ wurde 1735 im Auftrag von Graf Nesselrode erbaut, da dieser seine Schlosskapelle für katholische Gottesdienste nutzen wollte und deshalb eine Ersatzkirche für die protestantische Bevölkerung schaffen musste. Das schlichte Gebäude ohne Turm entstand auf einer kleinen Erhebung („Bleck“) nahe der Emscher. Mit der Gründung der Ev. Kirchengemeinde Braubauerschaft 1874 wurde die Kapelle ihre erste Gemeindekirche. Um 1879 erhielt sie einen Turm, 1888/89 folgten Querschiff, Altarapsis und eine neuromanische Innenausstattung.
Der Grimmberger Altar

Seit 1738 beherbergt die Bleckkirche den Grimberger Altar von 1574, eine Stiftung des evangelischen Schlossherrn Heinrich Knipping und seiner Frau Sibilla von Nesselrode. Der Renaissancealtar aus Baumberger Sandstein zeigt im Retabel das „Westfälische Abendmahl“ und enthält in der Predella niederdeutsche Einsetzungsworte aus 1. Korinther 11. In der Bekrönung stehen die Wappen des Stifterpaares sowie Todesgenien, die die Vergänglichkeit des Lebens symbolisieren.
Fit für die Zukunft – die Bleckkirche bekommt das „Wasser.Zeichen“

Mit der Bleckkirche als Teil des „Schwammstadt“-Projekts setzt die Evangelische Kirche in Gelsenkirchen und Wattenscheid ein kraftvolles Zeichen für gelebte Nachhaltigkeit und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt. Die Auszeichnung mit dem Wasser.Zeichen würdigt nicht nur das Engagement im Kampf gegen den Klimawandel, sondern zeigt eindrucksvoll, wie tief nachhaltige Maßnahmen in der Geschichte und Identität eines Ortes verwurzelt sein können. Die Bleckkirche verbindet Tradition mit Zukunft – ein inspirierendes Beispiel für Wandel im Einklang mit der Schöpfung.
Doch was genau wurde an der Bleckkirche verändert? Das Regenwasser, das bisher in die Kanalisation geleitet wurde, fließt nun auf eine umliegende Grünfläche, wo es in zwei großflächigen Mulden und darunterliegenden Rigolen aufgefangen wird. Diese Flächen dienen künftig als Überflutungsflächen, in denen das Wasser versickern kann.
Fantasievolle Entwürfe für einen historischen Ort – Studierendenprojekt mit der Fachhochschule Dortmund
2023 hatten Architekturstudierende der FH Dortmund die spannende Aufgabe, sich ganz frei zu überlegen: Was könnte man eigentlich aus der Bleckkirche alles machen? Ohne Vorgaben, ohne Grenzen – einfach mit Fantasie und frischen Ideen.
Und genau das kam dabei heraus: eine bunte Mischung kreativer Entwürfe. Von einem Schmetterlingshaus, das den Kirchenraum in ein filigranes Naturparadies verwandelt, bis hin zu einer Fahrradherberge, wo kleine „Schwalbennester“ einen ungewöhnlichen Übernachtungsort bieten würden. Die Studierenden sind mit beeindruckend offener Haltung an das Projekt gegangen und haben gezeigt, wie vielseitig die Möglichkeiten sind, wenn man einen historischen Ort völlig neu denkt.
Ein Besichtigungstermin vor Ort, inklusive Turmbesteigung und ein Gespräch mit Superintendent Heiner Montanus, eröffneten Einblicke auf das Kirchengebäude und in dessen bewegte Geschichte.
Am schönsten war vielleicht zu sehen, wie sehr die Bleckkirche die jungen Leute inspiriert hat. Ein historischer Ort, der plötzlich zu einem Funken für große Ideen wurde. Genau so soll es sein.
Die offene Bleckkirche
Seit 2024 öffnet die Bleckkirche von April bis Oktober ihre Türen – perfekt, um einfach mal reinzuschauen, durchzuatmen und kurz zur Ruhe zu kommen. Das kleine Gotteshaus ist richtig sehenswert und bekommt künftig auch musikalische Angebote, die zum Verweilen einladen.
Beliebt ist die Kirche außerdem als Hochzeitslocation: romantisch, persönlich und mit besonderem Flair. Und das Beste? Sie liegt direkt neben dem Gelsenkirchener Zoo – ideal für einen schönen Spaziergang davor oder danach.
Die aktuellen Termine:
Die Bleckkirche ist vom 12. April 2026 bis zum 25. Oktober 2026 jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



