Zechenwagen auf Wattenscheider Friedhof erinnert an verstorbene Bergleute

Zur Einweihung wurden Bäume der Hoffnung gepflanzt

So sieht er aus, der gewichtige Kohlewagen der Zeche Consolidation aus Gelsenkirchen – Bismarck. Sorgfältig restauriert erinnert er nun an die im Steinkohlebergbau verstorbenen Wattenscheider Bergleute.

Ein Baum der Hoffnung, als Erinnerung an die vielen Opfer der Corona – Pandemie. Auch Ulrike Siesenop-Jablonski und Peter Wlodek vom Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid griffen tatkräftig zur Schaufel und pflanzten eine Frühlingskirsche.

WATTENSCHEID – Stolz ist auf einer Seite der Lore das Stadtwappen von Wattenscheid zu sehen. Gewidmet wurde der Wagen jenen Bergleuten, die während ihrer Arbeit im Wattenscheider Steinkohlebergbau ums Leben kamen.

Der restaurierte Zechenwagen stammt aus der oberen Hängebank des Schachtes 9 der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen – Bismarck. Die Schachtanlage dieser Zeche wurde vor wenigen Monaten abgerissen. Dabei wurde dieser sogenannte Mittelwagen gerettet und erhalten. Viele engagierte Helfer, insbesondere die Bürgerinitiative „Wir in Wattenscheid - Schacht 4“, waren dann daran beteiligt, das Relikt aus dem einst blühenden Steinkohlebergbau von der ehemaligen Schachtanlage bis zum Wattenscheider Friedhof zu transportieren und diesem 2 Tonnen Schwergewicht gegenüber der Trauerhalle einen Ehrenplatz zu verschaffen.Und gemäß dem Motto dieses Kirchhofs wurde auch an die Natur gedacht. Nun sprießen zarte Ableger von Thymian, Lavendel und Co oben aus dem Zechenwagen heraus und lassen so neues Leben entstehen. Seit den 1950er Jahren hat der Friedhof einen Bezug zum Bergbau.Eine große Fläche hier war früher selbst Zechengelände. Dazu gibt es einige Schritte weiter auf einem anderen Feld eine besondere Gedenkstätte.

Totengedenken, Erinnerungen, Blick zurück am Ewigkeitssonntag. Aber auch Hoffnung schöpfen und Zuversicht. Das war auch Thema der Andacht, die Pfarrer Frank Dressler in der Trauerhalle hielt: „Dieser Friedhof ist mein Lieblingsplatz in Wattenscheid!“ Mit diesem Bekenntnis zu seiner besonderen Atmosphäre mit dem tollen alten Baumbestand, verknüpfte Dressler das Bewahren und Erinnern, dargestellt durch den Kohlewagen, mit der Verbindung zum Leben, die durch die Pflanzaktion „Bäume der Hoffnung“ geschaffen wird.

Der Mensch wächst wie ein Baum, schlägt Wurzeln, wird größer, bringt Frucht und irgendwann stirbt er ab. „Liebe Gemeinde, wenn sie wieder einen besonderen Baum sehen, dann denken sie an die Menschen, die nicht mehr bei ihnen sind. An das, was durch sie zum Blühen gebracht wurde.“Und auch, wenn sie in dieser Jahreszeit noch nicht blühen, mehrere gespendete „Bäume der Hoffnung“ wurden an diesem nasskalten Novembersonntag gepflanzt. Als Erinnerung an Verstorbene der Corona – Pandemie, aber auch als ein kraftvolles Zeichen der Hoffnung. 

 

Text und Fotos: Frauke Haardt-Radzik

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