Wenn die Berührung fehlt

Krankenhausseelsorge in der Pandemie

Das Seelsorge-Gespräch mit Maske und Abstand, so wie mit dieser Patientin, ist für Birgit Böddeker (rechts im Bild) jetzt besonders wichtig.

Das Seelsorge-Gespräch mit Maske und Abstand, so wie mit dieser Patientin, ist für Birgit Böddeker (rechts im Bild) jetzt besonders wichtig.

Diese farbenfrohen Klapp-Andachten mit einer Anleitung, einem Bibelzitat, und einem geistlichen Impuls werden im Krankenhaus gern verteilt. FOTOS: FRAUKE HAARDT-RADZIK

Diese farbenfrohen Klapp-Andachten mit einer Anleitung, einem Bibelzitat, und einem geistlichen Impuls werden im Krankenhaus gern verteilt. FOTOS: FRAUKE HAARDT-RADZIK

GELSENKIRCHEN UND WATTENSCHEID– Der Dienst im Krankenhaus war für Birgit Böddeker von Anfang an genau das Richtige. Das Gespräch mit Patienten, Angehörigen und auch den Pflegenden ist ihr sehr wichtig: Die Sorge um die Seele der Menschen. Besonders wichtig ist dabei oft allerdings die nonverbale Kommunikation, das einfach mal in den Arm nehmen, die Hand halten beim Zuhören. All das ist in Corona-Zeiten nicht möglich – und das trifft auch Pfarrerin Böddeker hart.


Keine Besuche von Verwandten

„Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir.“ Dieser Vers aus Jesaja 41 gibt ihr Hoffnung, wenn sie selbst in diesen Zeiten mal den Mut verliert, sagt sie und hofft, dass er auch all den Patienten im Krankenhaus, die jetzt so besonders betroffen sind, helfen möge.

Birgit Böddeker ist Krankenhausseelsorgerin mit ganzer Seele. „Ich bin gern nah bei den Menschen“, stellt sie klar als ihre Berufsmotivation heraus. Neben dem Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid ist sie seit einem halben Jahr auch Ansprechpartnerin der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen. Da wie dort sind die Patienten, wenn sie bettlägerig sind, doppelt getroffen, denn aus Corona-Schutzgründen dürfen keine Angehörigen ins Krankenhaus hinein, darf kein Besuch empfangen werden.


Jetzt noch wichtiger: Das Gespräch am Bett

„Besonders die älteren Menschen leiden unter dieser Situation. Sie liegen üblicherweise länger im Krankenhaus als jüngere Patienten.“ Der Wunsch nach einem Seelsorge-Gespräch tritt in letzter Zeit häufiger auf, bemerkt Böddeker. Die Gottesdienste in der Klinikkapelle, das Abendmahl, das Segnen mit Handauflegen, all das ist für die evangelische Pastorin in Corona-Zeiten nicht möglich: „Wir können diese Nähe zurzeit nicht bieten.“ Stattdessen bekommt das Gespräch am Bett, natürlich immer mit Maske und gebührendem Abstand, nun eine neue Gewichtung. „Und ich werde auch schon mal gefragt, ob ich wohl bitte den Lieblingssaft aus der Cafeteria besorgen könnte“, schmunzelt Böddeker und natürlich macht sie solch kleine Besorgungen gern. Denn auch die ehrenamtlichen Helfer, die in den Kliniken sonst dafür zuständig wären, dürfen jetzt nicht hinein in die Häuser. „Das trifft auch die Ehrenamtlichen hart, sie würden sehr gern weiter tätig sein und fragen häufig, wann sie denn wohl wieder aktiv werden dürfen.“


Mobil mit der Klapp-Andacht

Was tun, was den Bettlägerigen anbieten, wie ihrer Seele nah sein können, in dieser rauen Zeit? „Wir haben eine mobile Andacht entwickelt. Diese wollen wir an alle Kranken verteilen, die es sich wünschen“, blickt Pfarrerin Birgit Böddeker auch auf die nahende Advents- und Weihnachtszeit. Farbenfrohe, gefaltete Klapptexte, mit einer kurzen Gebrauchsanleitung, einem Bibelzitat und einer kleinen Andacht. Auch damit möchte sie Hoffnung verbreiten, da sein und den Menschen Mut machen. Und das bleibt auch zukünftig hier ihre Aufgabe.

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