Was Kinder brauchen

Erler Kindergartenkinder protestieren gegen gesellschaftlichen Skandal

Sie wissen, was sie brauchen: Die Kinder der Kinderinsel nahmen sich Martin Luther zum Vorbild, um ihre Forderungen gegen Kinderarmut öffentlich zu machen. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Der Überlieferung nach hat Martin Luther am 31. Oktober 1517 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Er mahnte damit die Missstände innerhalb seiner Kirche an und forderte zum Umdenken in zentralen Bereichen des Glaubens auf.

Am 31. Oktober dieses Jahres machten sich in Erle die Kinder des Evangelischen Kindergartens Kinderinsel auf den Weg, um es dem Reformator gleich zu tun. „Martin Luther war ein mutiger Mann und ihr seid mutige Mädchen und Jungen.“ Mit diesen Worten wandte sich Rüdiger Höcker, der Superintendent des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid, an die Kinder und fuhr fort: „Auch ihr wollt laut und deutlich protestieren gegen den Skandal, dass es in unserem reichen Land arme Kinder gibt.“

Und das taten die Kinder dann auch. Mit Hammer und Nägeln brachten sie ihre „Thesen“ an eine Tür vor der Dreifaltigkeitskirche an. Auf Zetteln hatten die Kinder all das geschrieben und gemalt, was sie zum Leben brauchen: ein Auto mit Wohnwagen steht für einen schönen Urlaub, ein Gebäude symbolisiert die Schule und ein Herz steht als Sinnbild für die Liebe. Themen wie Familie, Kleidung, Spielzeug und Gesundheit kamen ebenso zur Sprache. All das brauchen Kinder in unserem Land und noch viel mehr. Als Rüdiger Höcker forderte „Jedes Kind hat das Recht, auch mal in den Zoo gehen zu können“, erntete er ein lautes „Jaaaa!“ aus dem Mund der Kinder.

Christiane Wegers, Fachberaterin der evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, wies in ihrer Ansprache auf die Bedeutung des Themas Kinderarmut im Gebiet des Kirchenkreises hin: „Jedes zweite Kind in unseren Kitas ist arm oder von Armut bedroht.“ Fast 500 Jahre nach der Reformation unterstrich sie so die Notwendigkeit eines erneuten Umdenkens. Und die Kinder zeigten mit ihrer Aktion auf, wohin es führen soll.

Die Aktion der Kinderinsel fand statt im Rahmen der Kampagne gegen Kinderarmut der Evangelischen Kirche von Westfalen unter dem Titel „Lasst uns nicht hängen!“ DB

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