…was Gott uns versprochen hat

Zum 44. Mal feierten in Middelich die evangelische und katholische Gemeinde ihr gemeinsames Sommerfest

Strahlender Sonnenschein, ein großzügiges Essensangebot und die Thomas-Bläser machten den Fest-Auftakt im Haunerfeld-Park perfekt.

Strahlender Sonnenschein, ein großzügiges Essensangebot und die Thomas-Bläser machten den Fest-Auftakt im Haunerfeld-Park perfekt.

Ökumene von Anfang an: Kinder aus der evangelischen und aus der katholischen Kindertagesstätte traten gemeinsam im Festgottesdienst auf.

Ökumene von Anfang an: Kinder aus der evangelischen und aus der katholischen Kindertagesstätte traten gemeinsam im Festgottesdienst auf.

Drei von ungefähr 40 Mitwirkenden, die dieses Fest ermöglicht haben (v.l.): Christel Himmes, Helga Mohr und Peter Rolle. FOTOS: MAXIMILIAN WIESCHER

Drei von ungefähr 40 Mitwirkenden, die dieses Fest ermöglicht haben (v.l.): Christel Himmes, Helga Mohr und Peter Rolle. FOTOS: MAXIMILIAN WIESCHER

GELSENKIRCHEN – Die erste Gemeinschaftsarbeit der evangelischen Matthäuskirche und der katholischen St.-Konrad-Kirche ließ schon zu Beginn des Trinitatis-Gottesdienstes von sich hören: Ein Chor, zusammengesetzt aus Sängern beider Gemeinden, begrüßte die Besucher in der komplett gefüllten Matthäuskirche. Die besondere Aufmerksamkeit von Pfarrer Ernst-Martin Barth und seinem katholischen Kollegen Pater Klemens Feiertag galt den Kindern von den Kindergärten beider Gemeinden, die gemeinsam den Gottesdienst mit Liedern wie „Wir feiern heut ein Fest“ bereicherten. „Wenn ich sehe, wie wir hier miteinander umgehen, wie wir zusammen feiern, dann ist das genau das, was Gott uns versprochen hat. Wir alle sind seine auserwählten Heiligen“, stellte Pater Klemens fest. Für eine Familie war dieser ökumenische Festgottesdienst ein weiterer besonderer Anlass: Jakob Noga wurde an diesem Morgen getauft. „Die Taufe ist das gemeinsame Zeichen der Verbundenheit beider Kirchen“, wandte Barth sich an die Gemeinde, „Ich wünsche uns allen, dass Gott unserer Wege weitet und uns immer neue Freiräume zum Leben und zum Glauben gibt.“ Damit spielte er auch auf Jakob Nogas Taufspruch an: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Psalm 31, 9)


Ökumene muss weitergehen

Nach dem Gottesdienst empfingen die Thomasbläser mit dem „Dübener Marsch“ und „Glückauf“ die Festbesucher im Haunerfeld-Park neben der Matthäuskirche. An den Pavillons, Hütten und Tischen auf der großen Wiese sorgten die Veranstalter mit Grillgut, Kuchen und Getränken für das leibliche Wohl der Festbesucher. Die Kinder stürzten sich auf die Malerei- und Bastelangebote, die die beiden Kindergärten in ihren Pavillons bereithielten. Die freiwillige Feuerwehr von der Seestraße war mit einem ihrer Fahrzeuge angereist und viele Kinder nutzten das Angebot, selbst mal einen Wasserschlauch in die Hand zu nehmen und ihre Zielgenauigkeit unter Beweis zu stellen. Weil sowohl Ernst-Martin Barth als auch Pater Klemens Feiertag als „Schalke-Pastoren“ bekannt sind, durfte natürlich auch eine blau-weiße Torwand im Park und ein Besuch des Schalke-Maskottchens „Erwin“ nicht fehlen. Am Nachmittag bereicherten die Musiker Olaf Wiesten und Norbert Labatzki das Sommerfest.

„Dieses Gemeindefest zeigt eine große ökumenische Verbundenheit, die wir uns auch in zunehmend schweren Zeiten erhalten werden“, erklärte Barth, „Middelich ist ein recht überschaubares ‚Dorf‘, hier suchen Menschen umso mehr nach Gemeinschaft. Unsere beiden Gemeinden besuchen sich regelmäßig gegenseitig, es gibt ökumenische Schulgottesdienste und ähnliches. So eine Ökumene muss auch und gerade in Zeiten von Kirchenschließungen weitergehen.“ Schließlich überschattet der bevorstehende Abriss der St.-Konrad-Kirche schon seit längerem die katholische Gemeinde Middelich. „Beide Gemeinden wollen das gemeinsame Fest natürlich auf jeden Fall beibehalten.“


Entscheidend sind die Menschen

Das Sommerfest der beiden Gemeinden entstand in einer Zeit des ökumenischen Aufbruchs Mitte der 1970er Jahre. Christel Himmes aus der evangelischen Gemeinde war fast von Anfang an regelmäßige Besucherin und seit 1981 eine aktive Unterstützerin. „Es ist eine schöne Gemeinschaft“, berichtete sie. „Wir waren natürlich bestürzt über die Schließung von St. Konrad und wollen diese Zusammenarbeit aufrechterhalten. Die Spitzen unserer beiden Gemeinden standen immer dahinter, denen war immer daran gelegen, dass die Ökumene funktioniert.“ „Auch wenn wir weitermachen werden, ist es ein Abschied“, ergänzte Peter Rolle, der Vorsitzende des Fördervereins von St. Konrad. „Wünschenswert ist in jedem Fall, wenn hier künftig ökumenische Gottesdienste stattfinden können. Schließlich durften wir schon einmal in der Matthäuskirche unsere Messen feiern, als vor vielen Jahren unsere Kirche umgebaut wurde.“ Helga Mohr, verantwortlich für das Komitee, das die Arbeit der etwa 40 ehrenamtlichen Mitwirkenden aus beiden Gemeinden koordiniert, berichtete: „In der Sitzung haben wir gesagt: Wir haben zwar bald das Gelände und die Kirche nicht mehr, aber noch die Leute, die das wollen!“

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