Vision vom gerechten Europa

Ökumenischer Auftakt-Gottesdienst auf dem Kennedyplatz zum Tag der Arbeit

Stadtdechant Markus Pottbäcker (links) und Pfarrer Dieter Heisig (rechts) gestalteten den Gottesdienst auf dem Kennydyplatz vor dem Musiktheater im Revier. Damit machten sie den Auftakt für die traditionelle Kundgebungen am Tag der Arbeit.

Stadtdechant Markus Pottbäcker (links) und Pfarrer Dieter Heisig (rechts) gestalteten den Gottesdienst auf dem Kennydyplatz vor dem Musiktheater im Revier. Damit machten sie den Auftakt für die traditionelle Kundgebungen am Tag der Arbeit.

Das unübersehbare „Kreuz der Arbeitslosigkeit“ ist fester Bestandteil des Gottesdienstes zum Tag der Arbeit. Es verbindet die Erinnerung Jesu Last, die er mit dem Kreuz trug, mit der Last der Arbeitslosigkeit der Menschen heute.  PHOTOS: CORNELIA FISCHER

Das unübersehbare „Kreuz der Arbeitslosigkeit“ ist fester Bestandteil des Gottesdienstes zum Tag der Arbeit. Es verbindet die Erinnerung Jesu Last, die er mit dem Kreuz trug, mit der Last der Arbeitslosigkeit der Menschen heute. PHOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Wer Visionen hat, sollte in die Politik gehen!“ Mit diesem umgedrehten Zitat von Helmut Schmidt eröffnete der Evangelische Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig die Predigt des ökumenischen Gottesdienstes, der in Gelsenkirchen traditionell die Kundgebung zum 1. Mai auf dem Kennedyplatz vor dem Musiktheater im Revier einleitet.

„Ich hoffe Helmut Schmidt sieht mir die Umdrehung seines Zitates nach – er soll ja bei Visionen eher den Arzt empfohlen haben“, so Heisig mit einem Augenzwinkern, bevor er auf das Thema seiner Predigt, die bevorstehende Europawahl am 26. Mai, einging: „Eine Politik ohne Visionen führt im Zweifel in die Leere oder spielt Nationalisten und Faschisten in die Hände.“ Dies sei nicht nur die Überzeugung eines Gelsenkirchener Pfarrers, sondern die Erkenntnis der Menschen, die schon vor 2000 Jahren lebten: „Ein Volk ohne Vision geht zugrunde (Spr 29,18).“ Damals waren es die Propheten, die gesellschaftliche Missstände kritisierten. Gegen die ungleiche Verteilung des Reichtums, Krieg und Gewalt traten sie mit der Vision von der Überwindung von Grenzen entgegen – auch die von Volk, Nation, Sprache und Hautfarbe – und warben für ein Zusammenleben im Einklang mit der Natur, in Frieden und Gerechtigkeit.

„Das ist genau das, was das diesjährige Mai-Motto ‚Europa – jetzt aber richtig‘ ausdrücken will: Soziale Gerechtigkeit, internationale Kooperation und ökologische Verantwortung. Wir müssen uns nicht nur die Entstehungsgeschichte Europas ins Bewusstsein rufen, sondern den Blick nach vorne richten und das, wofür Europa steht, dürfen wir uns nicht kaputtmachen lassen“, machte Heisig deutlich. Eine gute Zukunft gebe es nur mit konkreten Zielen, mit einer politischen Vision von Europa, das Krieg, Gewalt und Nationalismus ausschließt und das soziale Gerechtigkeit schafft. „Wir sollten alles daran setzen, dieses Europa weiterzuentwickeln. Aber das kommt nicht von allein, dazu braucht es Ideen und klare Zukunftsvorstellungen. Und Menschen, die sich dafür engagieren. Deshalb: Wer von euch diese Visionen hat, gehe bitte nicht zum Arzt, sondern in die Politik“, bat Heisig und war sich sicher, dass ihm Helmut Schmidt in diesem Verständnis die Umkehrung seines Zitates nicht übel nehmen würde.

Pfarrer Heisig gestaltete den Gottesdienst mit seinem katholischen Kollegen, Stadtdechant Markus Pottbäcker. Der Arbeitskreis der drei Christlichen Sozialverbänden (Evangelische Arbeitnehmerbewegung EAB, Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB und Kolping) folgte auch in diesem Jahr dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), an der Kundgebung zum Tag der Arbeit am 1. Mai teilzunehmen. Musikalisch begleitet wurden sie von Norbert Labatzki mit mitreißender Klarinettenmusik. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand wie jedes Jahr unübersehbar das „Kreuz der Arbeitslosigkeit“, das den Demonstrationszug zu der politischen Kundgebung auf dem Neumarkt begleitete.

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