Viele Rechte für islamische Frauen

Frauen entwickeln ihre eigene Interpretation des Koran

 

Beim Lila Salon im Café bei Kirchens waren am 13. September zwei muslimische Referentinnen aus Köln zu Gast. Ihr Thema lautete „Islam der Frauen“.

Miyesser Ildem ist Vorsitzende des ZIF – Zentrum für islamische Frauenforschung und Frauenförderung. Sie stellte zunächst die Arbeit des Zentrums vor: „Unsere Arbeit hat zwei Schwerpunkte, zum einen die theoretisch-theologische Arbeit an den Texten des Islam, zum andern ganz praktische Beratungsangebote für Frauen und Mädchen.“

Rabeya Müller ist muslimische Theologin und leitet das „Institut für interreligiöse Pädagogik und Didaktik“ in Köln. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von muslimisch-religionspädagogischen Unterrichtsmaterialien und -konzepten. Daneben ist sie ehrenamtlich beim ZIF tätig.

Beide Referentinnen äußerten große Sympathie für das protestantische Prinzip des „sola scriptura“ – „allein die Schrift“. Ihnen sei wichtig, die Frauen dazu zu bringen, selber den Koran zu lesen und eigene Interpretationen zu entwickeln. Dabei könnten nämlich etliche Missverständnisse beseitigt werden. „In muslimischen Kreisen hört man oft, dass die Frau aus der Rippe des Mannes geschaffen sei. Tatsächlich steht diese Geschichte überhaupt nicht im Koran, von einer Rangfolge bei der Erschaffung der Menschen kann überhaupt keine Rede sein“, erklärte Müller. Noch größere Probleme mache die Interpretation von Sure 4,34. Sie wird in der Regel so übersetzt, dass bei Ehestreitigkeiten der Mann letztlich die Erlaubnis erhalte, seine Frau zu schlagen. Nach langjährigen Forschungen haben sie jedoch herausgefunden, dass das arabische Wort „daraba“ nicht mit schlagen, sondern korrekterweise mit „trennen“ übersetzt werden müsse. „Auch viele Männer sind froh“, sagte Müller, „wenn sie erfahren, dass dieser problematische Vers auch anders übersetzt werden kann.“ Dass die Frauen nach islamischer Auffassung viele Rechte haben – zum Beispiel das Recht auf Scheidung, das Recht auf einen Ehevertrag, das Recht auf eine „Morgengabe“ -eine finanzielle Absicherung vor der Eheschließung- wurde im Laufe des Abends deutlich. „Dass ist ja total spannend“, sagte eine Teilnehmerin. „Darüber müsste man doch mehr erfahren.“

Die positive Resonanz freute die Veranstalterinnen. „Vielleicht laden wir im nächsten Jahr wieder zu einem islamisch-feministischen Thema ein, doch zunächst freue ich mich auf die ‚Aphorismen von Frauen’ mit Marit Rullmann beim vorweihnachtlichen Lila Salon am 29. November“, sagte Pfarrerin Antje Röckemann. -röck

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