Tango Argentino in seiner reinsten Form ließ die Bleckkirche erbeben

Santiago Cimadevilla entlockte dem Bandoneon, made in Germany, pralle Emotionen

Santiago Cimadevilla verzauberte das Publikum in der Bleckkirche mit Tangoklängen, gespielt auf dem Bandoneon. Das Instrument erfand Mitte des 19. Jahrhunderts der Krefelder Musiker Heinrich Band.

Immer wieder gab der in Argentinien geborene Musiker interessante Erklärungen zu den verschiedenen Musikstücken, die er an diesem Abend im Rahmen des „Klangkosmos Weltmusik“ in der Bleckkirche spielte.

„Ich bin so glücklich. Es ist so schön voll hier!“ Mit diesen Worten eröffnete ein sichtlich erfreuter Pfarrer Thomas Schöps vor gut 60 Besuchern eines der letzten Konzerte der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ in der Bleckkirche.
„Nun ist es so weit. Die Bleckkirche - Kirche der Kulturen startet in ihr letztes Halbjahr. Ende Dezember schließt sie nach wundervollen 25 Jahren kultureller Angebote und Begegnungen.“ Schöps, der Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass „Klangkosmos Weltmusik“ auch nach seinem Weggang weitergeführt wird. Doch an welchem Ort dann, das sei noch unklar.

Tango Argentino in seiner reinsten Form, das zelebrierte der Künstler dieses Abends. Santiago Cimadevilla wurde in Buenos Aires in Argentinien, geboren. Er spielte schon in jungen Jahren Gitarre und studierte klassisches Klavier am Conservatorio Municipal Manuel de Falla. In den Niederlanden studierte er dann Bandoneon am Rotterdamer Konservatorium CODARTS. Nach seinem Abschluss wurde er mit dem Preis der Stiftung 'Friends of the Rotterdam Conservatory' für hervorragende künstlerische Qualität ausgezeichnet.
 

Als Tangomusiker hat Cimadevilla mit vielen renommierten Ensembles zusammengearbeitet u.a. während der Europatournee des Orquesta Tipica Fernandez Fierro und mit dem Sexteto Veritango der Tango-Legende Alfredo Marcucci und als Solist hat er mehrere Konzertprogramme für Bandoneon und Orchester von Astor Piazzolla aufgeführt, für dessen Tango Interpretationen er besonders bekannt ist und geschätzt wird. An diesem Abend in der Bleckkirche verzichtete der Künstler auf jegliche verstärkende Technik. Die Faszination für den Tango, die argentinische Musik so voller Gefühl und Melancholie kam sofort auch beim Publikum an. „Ich bin ganz hingerissen“, fasste eine Konzertbesucherin ihre Eindrücke zusammen.

Begeistert zeigte sich auch der junge Künstler, von der, wie er sagte „wunderschönen Bleckkirche“. Cimadevilla war bereits am Nachmittag angereist, hatte da schon mal ohne Publikum musiziert und konnte so die „wunderbare Akustik“ des Raumes genießen. Vom großen Engagement, das Pfarrer Schöps hier gezeigt hat und dem Publikum sei er sehr beeindruckt.

Hoch konzentriert spielte sich der gebürtige Argentinier in die Herzen der Zuhörer, gab dabei auch immer wieder Informationen zu den einzelnen Stücken, auch zu den Veränderungen, die der Tango im Laufe der Zeit erfahren hat. So machte er auch noch einmal deutlich, dass es das Instrument Bandoneon schon vor dem Tango gab. Wer hat es erfunden? Der Musiker und Musiklehrer Heinrich Band aus Krefeld Mitte des 19. Jahrhunderts. Von dort trat es dann seinen weltweiten Siegeszug an und landete irgendwann im südamerikanischen Argentinien.

Quasi als Nachweis, dass das Bandoneon noch mehr kann als Tango, ließ Cimadevilla an diesem Abend auch ein Präludium von Bach erklingen. Das Publikum genoss den Abend sichtlich und kam nach dem Konzert bei einem Getränk noch mit dem Künstler ins Gespräch.

Die Reihe "Klangkosmos Weltmusik", die die Bleckkirche in Kooperation mit dem Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen durchführt, wird noch mindestens zu einem weiteren Konzert in die Bleckkirche einladen. 

 

Text: Frauke Haardt-Radzik

Fotos: Cornelia Fischer

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