Reformation war kein Naturereignis

Historikerin Dr. Uta C. Schmidt stellte dar, wie die Reformation ins Ruhrgebiet kam

Historikerin Dr. Uta C. Schmidt legte ihre Forschungsergebnisse über Reformation im Ruhrgebiet dar. FOTO: CORNELIA FISCHER

WATTENSCHEID – Mit der Veranstaltung „Wie die Reformation ins Ruhrgebiet kam“ eröffnete der Evangelische Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid anlässlich des Reformationsjubiläums die Veranstaltungsreihe „Impulse“: Im Laufe des Jahres 2017 werden immer wieder unterschiedliche Aspekte der Reformation in den Vordergrund gerückt.

An diesem Abend standen in der Alten Kirche die Anfänge evangelischen Lebens im Mittelpunkt: Historikerin Dr. Uta C. Schmidt stellte die Zeit der Reformation in unserer Region dar. „Die Reformation fiel auch in unserer Gegend auf fruchtbaren Boden…“, so oder ähnlich heiße es oft in lokalgeschichtlichen Darstellungen, als wäre die Reformation ein Naturereignis gewesen, machte Schmidt deutlich. Dabei bezeichnet Reformation einen von Menschen gemachten kirchlichen, gesellschaftlichen wie politischen Wandlungsprozess, der die vormoderne Einheit von Glaube und Welt, Kirche und Staat auflöste.

Es drehte sich in ihrem Vortrag weniger um theologische Fragen, sondern um Alltag und Frömmigkeit, Aufruhr und Abgaben, Kirchenbau und Kirchenbänke. In die Geschichte der westfälischen Kirchenprovinz hat sich Wattenscheid in besonderer Weise eingeschrieben: Hier fanden Reformierte und Lutheraner nach zum Teil handgreiflichen Auseinandersetzungen früh zusammen und gründeten eine unierte Gemeinde. Das Kirchensiegel mit dem Händedruck erinnert bis heute an dieses Ereignis. Schmidts Forschungsergebnisse zum Kirchenkreis Gelsenkirchen-Wattenscheid werden zum Reformationstag 2017 als Buch erscheinen.

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