Ostern feiern - der Weltlage zum Trotz: Präses Adelheid Ruck-Schröder über die Kraft des Osterfestes

Bielefeld - „Christ ist erstanden von der Marter alle.“ Das ist der Gesang der Gemeinde, nachdem im Gottesdienst zur Osternacht als dessen Höhepunkt die Osterkerze entzündet worden ist. Zuvor wird eine einzelne kleine Kerze in den noch dunklen Kirchraum getragen, erhellt nach und nach die Kirche, bis sie schließlich im Altarraum die Osterkerze entzündet. Ostern fange für sie in der Nacht an, sagt die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) Adelheid Ruck-Schröder. „Hier spüre ich, wie aus Finsternis Licht wird.“

Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder / Foto: Jens Schulze

Der gemeinsame Gesang markiert die unglaubliche Botschaft des Ostermorgens, dass Jesus auferstanden ist und damit den Tod überwunden hat. „Marter ist ein altes Wort für Qual, Leid, Schmerz und Tod“, so Präses Adelheid Ruck-Schröder. Überall in der Welt seien auch heute Menschen gemartert, in Palästina und Israel, im Libanon, in Syrien, im Iran, in der Ukraine und auf der ganzen Welt.

Und dennoch oder gerade deshalb feiern Christinnen und Christen auf der ganzen Welt das Osterfest, mitten im Krieg, mitten im Frieden. „Ostern bedeutet Hoffnung für die Welt“, so die Präses. „Gott sei Dank hängt das Osterfest nicht von der Weltlage ab.“

Ostern ist das Fest des Lichtes in der Finsternis, sagt Adelheid Ruck-Schröder. „Unglaublich ist diese Botschaft bis heute. Aber wir erzählen sie weiter, gerade in diesem Jahr. Zum Trotz gegen den Tod, zum Trotz gegen Gewalt und Krieg in der Welt erzählen wir diese unglaublich starke Botschaft: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“

 

Text: EKvW

Foto: Jens Schulze