O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?

15.11. vormerken: Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ bringen die Nicolai-Kirche in Bewegung

Michael Gees hat den Piano-Part in diesem beschwingenden musikalischen Kleinod übernommen. FOTO: HERMANN UND CLÄRCHEN BAUS

Michael Gees hat den Piano-Part in diesem beschwingenden musikalischen Kleinod übernommen. FOTO: HERMANN UND CLÄRCHEN BAUS

„Ging heut morgen über’s Feld / Tau noch auf den Gräsern hing.“ Der fahrende Geselle singt von Liebeslust und Liebesleid. FOTO: ANDREAS KRAPPWEIS

„Ging heut morgen über’s Feld / Tau noch auf den Gräsern hing.“ Der fahrende Geselle singt von Liebeslust und Liebesleid. FOTO: ANDREAS KRAPPWEIS

GELSENKIRCHEN – Wer den Namen des Komponisten Gustav Mahler hört, denkt vielleicht zuerst an seine „Kindertotenlieder“ – ein Meisterwerk, das unweigerlich berührt und zugleich bedrückt. Weniger bekannt ist, dass Mahler auch Liebesgedichte verfasst hat und sie in der Tradition der Gesellen- und Wanderjahre als „Lieder eines fahrenden Gesellen“ vertont hat. Bewegende Musik ist auch dies, aber sie kommt beschwingt und leichten Fußes daher. „Man hört das Fortschreiten in den musikalischen Themen“, sagt Kreiskantor Andreas Fröhling. Er lädt im Rahmen seiner Emporenkonzerte dazu ein, sich von den Liedern eines fahrenden Gesellen bezaubern zu lassen – Mahler für Einsteiger, könnte man auch sagen.


Projekt mit hohem Spaßfaktor

„Die zwei blauen Augen von meinem Schatz, / die haben mich in die Welt geschickt. / Da musst ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz! / O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt? / Nun hab ich ewig Leid und Grämen.“ Mit einer guten Portion Selbstironie beschreibt Mahler seine Gefühle, nachdem er sich in den 1880er Jahren heftig in eine Sopranistin verliebt hatte, die ihn aber zurückwies. Damals war die Verklärung der oft gar nicht so romantischen Wanderjahre der Gesellen, die unterwegs Erfahrungen sammeln sollten, auf dem Höhepunkt – und so kam der unglücklich Verliebte auf die Idee, seine Gedichte von Liebesfreud und Liebesleid musikalisch in der Welt der fahrenden Handwerker anzusiedeln.

Ursprünglich komponierte Mahler für ein großes Symphonieorchester, Klavier und Gesang. Arnold Schönberg übernahm es später, eine Fassung für kleines Orchester zu schaffen. Bei der Aufführung dieser Fassung in Essen hat Kreiskantor Fröhling vor einigen Jahren selbst am Harmonium mitgewirkt. „Das hat mich von der Musik her derartig begeistert, dass ich es gerne noch einmal in Gelsenkirchen machen wollte. Nun hat er sich diesen Wunsch erfüllt. „Das Projekt hat definitiv einen hohen Spaßfaktor für mich.“


Musikfarben malen mit kleinem Orchester

Das kleine Orchester mit elf Instrumenten könnte unter dem Namen „Andreas Fröhling & Friends“ laufen. Michael Gees hat den Piano-Part übernommen. Susanne Meerle fungiert ganz emanzipiert als Gesellin, die die Lieder im Sopran singt. Das Satie Quartett stellt die Streicher, ergänzt um einen Kontrabass. Dazu kommen Klaas Hoek (Harmonium), Mark Rovner (Klarinette), Charlotte Beier (Piccolo- und Flöte) sowie Thorsten Wenz (Triangel und Glockenspiel).

Fröhling freut sich auf die Leitung der Proben, die am 7. November beginnen. „Das kleine Orchester ermöglicht es, bestimmte Musikfarben genau herauszuarbeiten.“

Die Aufführung findet statt am Freitag, 15. November, um 19 Uhr in der Nicolai-Kirche, Ückendorfer Straße 108, 45886 GE-Ückendorf. Fröhling hat dazu besonders die Evangelischen Gesellen- und Meistervereine aus der gesamten Region eingeladen. „Vielleicht führt diese Gelegenheit ja zusätzlich zu überraschenden Wiedersehen mit Bekannten aus den umliegenden Vereinen. Beim Sektempfang im Anschluss kann das dann ausgekostet werden.“ Ob Geselle, Meister oder gar kein Handwerker – die spätromantischen „Lieder eines fahrenden Gesellen“ sind die Reise zur Nicolai-Kirche allemal wert. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

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