„Normalfamilie“ ist nicht mehr der Normalfall

Familienzentrum stärkt die Kompetenzen der Eltern

Ihr Interesse an den Angeboten des Familienzentrums bringen die Eltern durch die Vergabe von Punkten zum Ausdruck. FOTO: CORNELIA FISCHER

WATTENSCHEID – „Früher haben wir die Familie ergänzt. Heute müssen wir sie immer häufiger ersetzen.“ Natürlich gibt es auch Kinder aus dem Typ Familie, der in der Sprache der Soziologie bereits einen besonderen Namen trägt. Doch die „Normalfamilie“ ist nicht mehr der Normalfall. Seit 28 Jahren leitet Doris Weiß den Evangelischen Kindergarten in Wattenscheid, heute mit vollem Namen das „Familienzentrum Martin-Luther-Kinderhaus“. Wie sich die Gesellschaft verändert, erlebt sie dabei hautnah mit. „In unserer Nachbarschaft gibt es viel preiswerten Wohnraum – und damit zunehmend Familien, die Probleme haben.“ Hartz IV, Bildungsferne, Migrationshintergrund, Alleinerziehende, Patchwork –das sind nur einige der Stichworte dazu.

Der Evangelische Kindergarten hat sich immer auf die Bedürfnisse im Umfeld eingestellt und seine Arbeit flexibel gestaltet. „Vieles von dem, was wir jetzt als ‚Familienzentrum’ machen, haben wir auch vorher schon getan – ebenso wie andere Kindergärten, die keine Familienzentren sind“, stellt Weiß nüchtern fest. Sie hält viel vom Bochumer Konzept der „Sozialräume“. 20 davon gibt es im Stadtbereich. In jedem Sozialraum kommen die Einrichtungen für Familie, Erziehung, Bildung und Gesundheit regelmäßig zusammen und stimmen ihre Arbeit aufeinander ab.

12.000 Euro im Jahr stehen Weiß für die Arbeit als Familienzentrum zur Verfügung. Diese kurze Decke muss sie kräftig strecken, denn „in unserem Sozialraum müssen die Angebote entweder kostenfrei sein oder einen ganz kleinen Beitrag erfordern.“ Drei bis vier Mal in der Woche gibt es nachmittags zusätzliche Angebote, etwa einen deutschen Sprachkurs für Mütter und Beratungsstunden. Dazu kommen Abendveranstaltungen und besondere Aktionen wie ein Ausflug zur Stadtbücherei oder ein Kochkurs in der Lehrküche der Elisabeth Käsemann-Familienbildungsstätte. Es erfordert viel Einsatz, die Eltern zum Mitmachen zu bewegen. „Wir müssen sie intensiv ansprechen und eine hohe Verbindlichkeit herstellen. Und wir müssen mitgehen. Ohne unsere Begleitung sind die Schwellenängste bei den meisten zu hoch.“

Jede ihrer neun Mitarbeiterinnen im pädagogischen Bereich ist für einen Schwerpunkt der Angebote als Familienzentrum zuständig. Zugleich betreuen sie während der täglichen Öffnungszeiten von 7.30 bis 16.30 Uhr die Kinder. Doris Weiß jongliert gelassen mit den Dienstplänen. „Irgendwie kriegen wir das hin. Unser Team ist mit dem Herzen dabei.“ KB

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