Mit viel Jazz und noch mehr Emotionen: Das Ensemble TangoX begeistert das Publikum in der Matthäuskirche

Gelsenkirchen – Unterwegs auf dem „Rue du Tango“ nahm das Ensemble aus Johanna Schmidt (Violine und Erläuterungen), Bart Rademakers (Klavier), Stefan Berger (Kontrabass) und Stefan Kremer (Schlagzeug) das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte des Tangos.

Johanna Schmidt (l.) und Bart Rademakers (r.) vom Ensemble TangoX.

Unterwegs auf dem „Rue du Tango“ nahm das Ensemble das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte des Tangos.

Nicht ganz so viele Besucher wie sonst meist fanden an diesem sonnigen Muttertagssonntag den Weg in die Matthäuskirche. Und es waren überwiegend Frauen, die es mit Neugier im Gepäck zu diesem KeK – Konzert zog. „Ich hoffe, wir hören hier so richtige Ohrwürmer des Tangos“, wünschte sich erwartungsvoll eine Besucherin zu Beginn des Konzerts.

Den Anfang machte eine Milonga von Astor Piazzola, und gleich wird deutlich: Jazz und Tango, das geht gut. Ernst, leidenschaftlich, voller Emotionen, mit „Tanzschultango“ hat das hier nichts zu tun.

„Alles verändert sich, nur der Tango nicht.“ Dieses Zitat stellte Johanna Schmidt bei ihren Erläuterungen zur Geschichte und Entwicklung dieses wunderbaren Tanzes mal gleich infrage. Der Tango, den das Ensemble TangoX im Rahmen der Kek – Konzerte bot, war anderes als das, was vor 70 oder 100 Jahren dieser Tanz, diese Musik war.

Kunst entdeckt Kirche – und bei diesem Konzert konnten die Zuhörenden die Kunst des Tangos, vorgetragen vom Ensemble TangoX entdecken. Neben der Musik von Piazzola oder Castellanos spielte das Quartett auch immer wieder Eigenkompositionen. Mal melancholisch, mal wild und jazzig – aber immer voller Emotionen. Und manchmal auch mit einem Augenzwinkern. Nach einer Stunde brauchten Musiker und Zuhörende dann eine kleine Pause.

„Mir ist es etwas zu laut“, bemerkte eine Zuhörerin. Ihr Sitznachbar resümierte: „Ich hab doch mehr Tango erwartet.“ Nicht alle Besucher und Besucherinnen kehrten aus der Pause zurück zum Konzert. Doch alle, die blieben, erlebten ihn dann doch noch, den tanzbaren Tango, mit der Musik des wunderbaren „Mister Tango“ Carlos Gardel.

Das Quartett des TangoX zeigte sich sehr gut aufeinander eingespielt, die Spielfreude übertrug sich auch auf das Publikum. Mal eine rasante Milonga, dann wieder ein melancholisch ruhigeres Stück. Auf dieser „Rue du Tango“ gab es viel zu entdecken.

„Die verschiedenen Instrumente hier finde ich toll“, freute sich eine Besucherin. Eine Sitzreihe weiter stellte ein Zuhörer fest: „Diese Kombi aus Tango und Jazz, die gefällt mir richtig gut!“

Für zwei berauschende musikalische Stunden auf dem „Rue du Tango“ bedankte sich das Publikum beim Ensemble TangoX mit großem Beifall. 

 

Textautorin: Frauke Haardt-Radzik

Fotos: Cornelia Fischer