Letzteres haben die Erwachsenen sehr ausführlich lernen müssen. 12 Jahre lang gab es in der Evangelischen Kirchengemeinde Gelsenkirchen Nord schon den Wunsch, die bisherige Kita zu vergrößern, zu modernisieren oder neu zu errichten. Planungen, die immer wieder aufgeschoben, verworfen wurden.
„Eine Baustelle ist, das sagt schon der Name, eine Stelle, wo gebaut wird. Zu unserer großen Freude gebaut wird – denn der alte Kindergarten war schon lange zu klein geworden und entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Trotzdem war es ein zeitlich langer Weg, bis aus der gedanklichen Baustelle Kindergarten eine echte, reale Baustelle Kindergarten wurde.“ Matthias Siebold, Pfarrer der Gemeinde Gelsenkirchen Nord freute sich mit allen Anwesenden darüber, dass es nun endlich ein neues Gebäude für die Jüngsten in der Gemeinde und im Stadtteil hier geben wird.
„Ein neues Gebäude, ausgehandelt von der Ev. Kindergartengemeinschaft des Kirchenkreises GE und WAT mit der Stadt Gelsenkirchen und dem LWL; errichtet durch das Investorenehepaar Annika und Nils Wolter, geplant durch den Architekten Jens Hüsemann, ausgeführt von vielen fleißigen Firmen und gut beobachtet von den Kindern auf der anderen Seite des Zauns, die das Glück haben, die Entstehung ihrer neuen KiTa live erleben zu dürfen“, blickt Matthias Siebold voller Hoffnung auf das entstehende Gebäude.
„Da heißt es in Psalm 127: Wenn nicht der Herr das Haus baut, nützt es nichts, dass sich die Bauleute anstrengen. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, nützt es nichts, dass der Wächter wachsam bleibt. Es nützt euch nichts, dass ihr früh am Morgen aufsteht und euch erst spät wieder hinsetzt. Ihr esst doch nur das Brot, für das ihr unermüdlich arbeitet. Doch seinen Freunden schenkt der Herr einen ruhigen Schlaf.
Es braucht also zum Gelingen nach biblisch-christlicher Sicht noch mehr als nur unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten - so sehr wichtig sie sind. Darum sagen wir das auch heute noch: da liegt Segen drauf, wenn etwas gelingt. Der Bau gelingt - das sehen wir mit den eigenen Augen. Für das, was dann hier passieren und stattfinden soll, wollen wir heute Gott bitten, dass er seinen Segen auf all das legt und auf die Menschen, die hier arbeiten und lernen und feiern und erziehen und lachen und trösten und ermutigen und in all dem ein Stück gemeinsam leben wollen“, so Pfarrer Siebold in seiner Andacht.
Für diesen hier nun entstehenden Neubau wurde zuvor das dortige Gemeindehaus abgerissen. 75 Kinder in vier Gruppen, und nun auch endlich Platz für unter Dreijährige, sollen hier schon bald einziehen können. Sie werden von 11 pädagogischen Fachkräften und zusätzlichen Kita – Helferinnen und Helfern betreut.
„Wir hatten hier schon einen heftigen Baudruck“, stellt Investor Nils Wolter bei der Zusammenkunft zur feierlichen Grundsteinlegung auf der Baustelle fest. „Ende 2022 wurden die Gespräche über einen Neubau erst einmal eingestellt. Mitte 2023 haben wir uns wieder zusammengerauft und kamen auf die Idee, „Haunerfeld“ hier noch einmal zu bauen.“
Also die Baupläne der neuen Kita Sonnenstrahl, die vor kurzem neben der Matthäuskirche an der Haunerfeldstraße errichtet wurde, zu übernehmen. Quasi Haunerfeld 2.0, allerdings spiegelverkehrt. Alle Genehmigungswege gingen dadurch schneller, die beteiligten Firmen kannten sich schon aus. Und auch dort wurde das Gebäude von den Investoren Annika und Nils Wolter finanziert.
Zur Grundsteinlegung der neuen Arche Noah in Gelsenkirchen Scholven versammelten sich viele Beteiligte und Interessierte im Rohbau auf der Baustelle. Im dritten Quartal soll die neue Kita neben der Adventskirche bezugsfertig sein.
„Ich freue mich, dass wir heute hier sind, denn das heißt, die Arche Noah hat Zukunft.“ Superintendent Heiner Montanus betonte in seinen Grußworten, dass mit diesem Neubau der Stadtteil aufgewertet werde.
„Wir wollen miteinander den Grundstein legen und Gott um seinen Segen bitten. So sind wir zusammen im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
Begleitet von Pfarrer Siebolds Segenswünschen wurde sodann feierlich die Zeitkapsel befüllt mit Urkunde, Bauplänen, einer Tageszeitung, einigen Münzen, dem Andachtstext, guten Wünschen der Kinder aus der noch bestehenden Kita Arche Noah, einer Schieferplatte des alten Gemeindehauses, auf dessen Platz nun das neue Gebäude errichtet wird, mit einem Kreuz darauf, sowie einer Liste all derer, die an den Planungen und Vorbereitungen beteiligt waren.
Unter tatkräftiger Mithilfe der Kinder des Investorenehepaares Wolter wurde die Zeitkapsel schließlich ins Mauerwerk der entstehenden neuen Kita Arche Noah eingemauert.
Text: Frauke Haardt-Radzik
Fotos: Cornelia Fischer




