„Menschlichkeit ist Widerstand“ – volles Haus beim interreligiösen Fastenbrechen

Gelsenkirchen, 10.03.2026. Zum zweiten Mal hatte der Interkulturelle und Interreligiöse Arbeitskreis Gelsenkirchen (IAK) zu einem gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen – und rund 100 Menschen verschiedener Nationen und Religionen waren dieser Einladung ins Evangelische Gemeindehaus in der Florastraße gefolgt.

Imam Mustafa Duyan rezitiert aus dem Koran

Austausch und Begegnung beim Fastenbrechen

Gäste aus der Politik und den Religionsgemeinschaften

Das köstliche Essen wurde vom engagierten Kochteam der Tuǧra-Moschee zubereitet

Die festlich gedeckten Tische im ev. Gemeindehaus an der Florastraße

Nach einer Koranrezitation von Imam Mustafa Duyan folgte eine Gesprächsrunde, die zunächst Einblicke in die Fastentraditionen der drei abrahamitischen Religionen vermittelte. Bei aller Unterschiedlichkeit konnte Pfarrerin Britta Möhring, Sprecherin des Arbeitskreises, zusammenfassend feststellen: „Es geht in allen Traditionen um mehr als Verzicht, es geht um Solidarität, um Nächstenliebe.“

Der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Igor Kuznecov hob hervor, wie wichtig Bildung und der Abbau von Vorurteilen sind – verbunden mit der Hoffnung auf ein Leben ohne Angst. Probst Markus Pottbäcker, der die christliche Perspektive einbrachte, unterstrich den Wunsch, die guten Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften weiterzutragen. Murat Gümüş vom Islamrat war aus Köln angereist. Ihm ging es darum, Distanz und Vorbehalte abzubauen und Spaltung entgegenzuwirken – gerade angesichts der oft negativen Darstellung muslimischen Lebens in den sozialen Medien.  Pfarrerin Antje Röckemann, die gemeinsam mit Pfarrerin Möhring durch den Abend führte, machte auch den politischen Charakter der Veranstaltung deutlich und erklärte: „In diesen schwierigen Zeiten ist Menschlichkeit eine Form des Widerstands.“

Pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:33 Uhr erlebten alle Gäste das muslimische Fastenbrechen, es war „Iftar-Time“. Für das Essen sorgte ein engagiertes Team der Tuǧra-Moschee, das mit zahlreichen Speisen zu einem gelungenen Abend beitrug.  Serdar Yilmaz von der IGMG-Moschee in Hassel und Hüseyin Kar von der Ditib-Zentralmoschee halfen mit Übersetzung und Erklärung der arabischen Texte und Gebete, Stanislav Krasnokutskiy stellte noch ein jüdisches Tischgebet vor. Die Veranstaltung bot viel Raum für Austausch und machte deutlich, dass Begegnung und Dialog zentrale Bausteine für ein friedliches Miteinander in der Stadt sind. Die Veranstaltung ist zugleich ein Beitrag zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus, die am 16. März offiziell beginnen und viele weitere Gelegenheiten zum Austausch und Dialog bieten werden.

JP