Mehr als die richtigen Handgriffe

Die Jugendberufshilfe zeigt jungen Menschen, was ihr Migrationshintergrund in der Berufswelt wert sein kann

Drei Auszubildende führten den Schülerinnen und Schülern die richtigen Handgriffe vor.

Eine Karte mit Fragen und Antworten in verschiedenen Sprachen haben die Absolventen der Ausbildung bei der RCS-Center gGmbH immer dabei. FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Ein häuslicher Notruf: Die Patientin windet sich am Boden, aber mehr als Schmerzenslaute und das Zeigen auf den Bauch sind ihr nicht zu entlocken – zumindest nicht in deutscher Sprache. Dabei muss so Vieles geklärt werden: Was hat sie gegessen oder getrunken? Ist sie vielleicht schwanger?

Deniz Saribay spielte die Situation mit seinen Besuchern im Rollenspiel durch. „Gerade bei uns im Ruhrgebiet sind solche Sprachprobleme bei der Notfallrettung an der Tagesordnung“, sagte er. Deshalb hat er seinen Betrieb, das RCS-Center, ganz bewusst in Gelsenkirchen angesiedelt. RCS bietet unter anderen Lehrgängen die Ausbildung zum Rettungsassistenten an. Sie umfasst 1.200 Unterrichtsstunden mit qualifiziertem Abschluss. Der klassische „Sani“ also der Rettungssanitäter, ist nur ein Teilbereich dieser Qualifikation.

Seine Besucher am 15. Januar waren Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsklasse Höhere Handelsschule (HHQ) vom Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung an der Augustastraße. Im Rahmen des Projektes „Achtung: Spracharbeiten!“ gewinnen sie Einblicke in ganz verschiedene Berufsfelder, denen eines gemeinsam ist: Das Beherrschen mehrerer Sprachen ist hier nicht nur ein Vorteil, sondern von geradezu elementarer Bedeutung für die Arbeit. Sabine Sinagowitz von der Evangelischen Jugendberufshilfe hat „Achtung: Spracharbeiten!“ entwickelt, „um mehrsprachigen Jugendlichen Berufsperspektiven aufzuzeigen: „Es ist wichtig, dass sie Berufe kennen lernen, in denen ihr Migrationshintergrund kein Nachteil ist, sondern im Gegenteil große Chancen bietet.“

Nach dem Rollenspiel wird es praktisch. Drei Auszubildende führen den Jugendlichen die klassischen Techniken der Notfallrettung vor: die stabile Seitenlage, die Hochlagerung der Beine oder das Verbinden einer blutenden Wunde.

Doch in Saribays Ausbildung geht es um mehr als um die richtigen Handgriffe. Im Notfall geraten Menschen in Panik. Sie brauchen Hilfe, die ihnen das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Sprachbarrieren zu überwinden, das fällt denen leichter, die wissen, wie das ist in einem fremden Land, die in mehr als einer Sprache denken können. „Diese Klasse ist an der Schwelle zur Qualifikation für das Gymnasium. Die Jugendlichen müssen jetzt die Weichen stellen für ihren Bildungsweg“, so Sinagowitz. Sie arbeitet mit verschiedenen Betrieben zusammen, um den Jugendlichen eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie sie ihren Berufswunsch nicht trotz, sondern gerade mit ihrem Migrationshintergrund entwickeln können. Beim nächsten Treffen werden Bewerbungsgespräche trainiert. „In unterschiedlichen Kulturen gibt es auch unterschiedliche Umgangsformen“, erklärte Sinagowitz. „Die Klasse soll lernen, sensibel dafür zu werden.“

Schirmherr des Projektes „Achtung: Spracharbeiten!“ ist Peter Rose, Kulturdezernent a.D. der Stadt Gelsenkirchen. KB

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