Liebe und Fürsorge gespürt

Vier Gäste aus Morogoro schauten auf zwei Wochen im Kirchenkreis und beim Kirchentag zurück

„Was für ein Vertrauen“, war das Motto des Kirchentages – und der Partnerschaftsbegegnung. Vorne von links: Pfarrer Paulo Thomas und Maimu Daffa. Hinten von links: Dr. Andreas Schmidt (Vorsitzender des Partnerschaftskreises), Sabine Schmidt, Pfarrerin Christina Killa, Pfarrer i.R. Klaus Venjakob, Aikande Barnabas, Pfarrerin Elga Zachau, Irene Venjakob und Margret Arndt. PHOTO: CORNELIA FISCHER

„Was für ein Vertrauen“, war das Motto des Kirchentages – und der Partnerschaftsbegegnung. Vorne von links: Pfarrer Paulo Thomas und Maimu Daffa. Hinten von links: Dr. Andreas Schmidt (Vorsitzender des Partnerschaftskreises), Sabine Schmidt, Pfarrerin Christina Killa, Pfarrer i.R. Klaus Venjakob, Aikande Barnabas, Pfarrerin Elga Zachau, Irene Venjakob und Margret Arndt. PHOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis Morogoro müssen eine robuste Kondition haben. „Unsere Gottesdienste dauern rund drei Stunden“, erzählt Synodalassessor Paulo Thomas. „Und es finden immer zwei hintereinander statt.“ Gibt es zwischendurch denn wenigstens etwas zu trinken? „Nein“, zwinkert er und macht einen Witz, der nur auf Englisch funktioniert: „No water, only Holy Spirit.“ Und dabei fällt ihm ein: „Mit Abendmahl dauert es natürlich länger, etwa vier Stunden.“ Eine Stunde für das Abendmahl – da muss es schon ziemlich flott gehen, denn in der kleinen Gemeinde Mjiwema („schöner Ort“), in der Christina Killa die Pfarrerin ist, kommen zu jedem Gottesdienst rund 300 Menschen. In größeren Gemeinden wie der von Maimu Daffa, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskreises, sind es rund 700.

Kein Wunder, dass für die Gäste aus Morogoro der Besuch von Gottesdiensten in Gelsenkirchen ein kleiner Kulturschock war. Beim Kirchentag in Dortmund, sagt Pfarrerin Killa, habe sie erlebt, dass die Kirche „am Leben“ (alive) sei. Offenbar hatte sie sich nach dem ersten Gottesdienstbesuch echte Sorgen um ihren Gesundheitszustand gemacht. Doch nach zwei Wochen wissen die Gäste aus Tansania auch die Atmosphäre deutscher Gottesdienste zu schätzen: „Es ist ruhiger, da kann man sich besser konzentrieren und meditieren“, sagt Maimu Daffa. Pfarrerin Killa hat die Gemeinde „mehr wie eine Familie“ erlebt: „Hier kennt jeder jeden, das geht bei uns gar nicht.“
 

Gut betreut auf dem Kirchentag

Vom 13.-26. Juni kamen diesmal vier Gesandte aus dem Partnerkirchenkreis Morogoro in den Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. Im Mittelpunkt der Begegnung stand der Deutsche Evangelische Kirchentag (19.-23.6.) in Dortmund. Zuvor und danach lernten die Gäste den Kirchenkreis kennen – und viele viele Menschen. Sie besuchten Gottesdienste und die Evangelische Gesamtschule, ein Konfi-Wochenende und eine Mutter/Kind-Wohngruppe, die Kreissynode und die Bleckkirche. Sie wohnten bei Mitgliedern des Partnerschaftskreises und waren zu Gast in Privathäusern u.a. bei Superintendent Heiner Montanus und Rudi Kress.

Auf die Frage, was sie in dieser Zeit emotional besonders berührt habe, sagt Aikande Barnabas ganz spontan: „Love and care!“ Liebe und Fürsorge habe sie die ganze Zeit über ganz deutlich gespürt. „Wie wir aufgenommen wurden, wie wir betreut wurden, oft mit väterlicher Achtsamkeit“, beschreibt sie ihre Erfahrungen – und schaut dabei zu Pfarrer i.R. Klaus Venjakob vom Partnerschaftskreis. „Auf dem Kirchentag haben die jungen Leute mich keinen Augenblick aus den Augen gelassen. Ich fühlte mich geborgen und einfach nur gut.“

Die 18-Jährige ist Halbwaise und Kress-Stipendiatin. Was das für sie uns ihre Familie bedeutet, hat sie eindrücklich geschildert im Gottesdienst in der Altstadtkirche am 16. Juni [„... wo es keine Hoffnung gab“].


Der Bedford-Strohm von Tansania

Pfarrer Thomas schilderte in bewegenden Worten die Trauer um René Kress, die am zweiten Tag ihres Besuches gestorben war. „Sie war ja schon bei uns in Morogoro und wir hatten ein Geschenk für sie dabei. Wir verdanken ihr so viel und hatten uns auf das Wiedersehen gefreut.“

Sehr eindrücklich war für ihn der Besuch der Bleckkirche (erbaut 1735) und der Alten Kirche (erbaut 1763): „Wir haben etwas darüber gehört, wie die Reformation nach Gelsenkirchen und Wattenscheid kam. Und das ist ja auch unsere Geschichte, denn die lutherische Kirche kam von Deutschland nach Tansania.“ Im Unterschied zur „Evangelischen Kirche von Westfalen“ trägt seine Kirche Luthers Namen im Titel: Evangelical Lutheran Church in Tanzania“ (ELCT). Maimu Daffa ergänzt: „Unsere älteste Kirche ist die in Towero, erbaut 1924. Aber alle anderen sind sehr viel jünger, viele wurden erst in den letzten Jahren errichtet.“

Und da wir gerade über die Landeskirchen sprechen – Daffa hat auf dem Kirchentag mit über 4.000 Gästen aus der Ökumene Überraschendes erlebt: „Es ist daheim oft schwierig, bei Bischof Shoo einen Termin zu bekommen. Das war auf dem Kirchentag viel leichter. Ich habe ihn einfach so getroffen und wir konnten miteinander reden.“

Dr. Fredrick Onael Shoo ist der Vorsitzende der Bischofskonferenz der ELCT, „der Bedford-Strohm von Tansania“, wie Pfarrerin Elga Zachau erläuterte.

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