„Lichtgestalten“

Außergewöhnliche Kunstaktion zeigt Pauluskirche in neuem Licht

GELSENKIRCHEN – Zart, fast mystisch anmutend, schweben leuchtende Quallen durch das Kirchenschiff. Einige Schritte weiter überrascht die Besucher ein Gemälde mit einer Rose, die sich per digitalem Daumenkino entfaltet, aufblüht und dann wieder vergeht. „Gott im Dornbusch“ hat eine der Schülerinnen, die an dem Kunstprojekt mitwirken, eine weitere Lichtgestalt hier in der Pauluskirche genannt.

An diesem zweiten Ausstellungsabend werden die zahlreichen und entdeckungslustigen Besucher mit meditativ klingender Livemusik - Holger Dierks vom Jugendpfarramt spielt am mobilen Piano - bei ihrem Rundgang durch das Kirchenschiff begleitet.

„Lichtgestalten“ verwandelt die Pauluskirche. Da werden sich ständig verändernde Muster per Overhead - Projektor an die Wand im Altarraum geworfen. An anderer Stelle tauchen plötzlich Umrisse bunter Glasscherben auf. Fischernetze, getrocknete Gräser auf Projektionsflächen beginnen sich zu drehen und verändern dabei den Blick auf das altehrwürdige Gotteshaus.

Wer will sowas wohl sehen? Viele! Die Menschen kommen auch aus der direkten Nachbarschaft, sind neugierig, was hier Ungewöhnliches in „ihrer“ Kirche gerade passiert. „Das ist interessant“, findet eine ältere Besucherin. Immer wieder bleiben die Menschen stehen, betrachten die Pauluskirche heute mal aus einem neuen Blickwinkel.

Was macht das mit der Kirche, wie verändert sich der Raum dadurch? „Es macht alles etwas lockerer“, freut sich ein jüngerer Kirchgänger. „Dieser Kontrast zwischen Altem und Neuem ist echt spannend. Ich werde jetzt mal wieder öfter in diese schöne Kirche kommen“, nimmt sich seine Begleiterin vor.

Pfarrer Klaus-Peter Schmidt freut sich über den Andrang: „Ich finde es schön, dass sich Menschen, die vielleicht nicht so oft zu den Gottesdiensten kommen, hierdurch ansprechen lassen.“

„Lichtgestalten“ wurde von den Lichtkünstler*innen Tom Groll, Ingo Wendt, Katharina Berndt, sowie Pfarrer Klaus-Peter Schmidt und Schüler*innen der Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck konzipiert.

Am Anfang trafen sich alle Teilnehmenden in der Kirche. Für manche ein eher selten besuchter Ort. Was soll das Ziel der Ausstellung sein, wie lässt sie sich in diesem sakralen Raum realisieren? Ein lebhafter Dialog über Kirche, Licht und Kunst begann. Dann ging es an die Umsetzung. „Ich bin froh, dass die Schülerinnen so viel Neugierde mitgebracht haben. Leistungsdruck gibt es überall schon genug. Hier sollte die Freude im Mittelpunkt stehen.“ Lichtkünstler Tom Groll ist begeistert über die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und darüber, wie es bei den Kirchenbesuchern ankam. Vier Oberstufenschülerinnen plus Schüler*innen der Sekundarstufe1 haben sich mit großem Einsatz an diesem Kunstprojekt beteiligt.

„Wir konnten unsere eigenen Ideen mit einbringen“, sagt Marie. Sie will mit ihren Quallen – Gestalten auf die Umweltverschmutzung aufmerksam machen. „Alles an diesem Projekt ist aus Plastikabfall“. Auch Paula, die für sich das elektronische Daumenkino als eine Kunstform entdeckte, liegen Themen wie Umweltverschmutzung und Klimawandel am Herzen.

Zwei Tage Ausstellung und dann ist alles vorbei? In der Evangelischen Gesamtschule sollen einige der Kunstprojekte bald noch einmal zu sehen sein, hofft auch die stellvertretende Schulleiterin, Petra Birkholz, die sich über diese Zusammenarbeit freut: „Für uns als Schule ist es wichtig, eine Verbindung zur Kirche zu haben. Und für dieses Projekt kam die Kirche auf uns zu.“ FHR

Text: Frauke Haardt-Radzik

Fotos: Cornelia Fischer

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