Karibu – mehr als eine Höflichkeitsformel

Miriam Heisig war ein Jahr lang in Tansania

Mit einem original tansanischen Gewand aus „Kitenge“-Stoff, der im Unterschied zum „Kanga“ fester und teurer ist, sowie Ohr- und Halsschmuck macht Miriam Heisig ihr Jahr in Tansania lebendig. FOTO: CORNELIA FISCHER

MAKUMIRA/GELSENKIRCHEN – „Es war rundum schön. Ich würde jeder und jedem empfehlen, das auch zu machen.“ Miriam Heisig (20) schaut voller Freude zurück auf das Jahr, das sie in Tansania verbracht hat. Ein großes Lob hat sie für die Vereinigte Evangelische Mission (VEM), die ihren Einsatz organisiert hat. „Sie hat genau das Richtige für mich gefunden.“

Das „Richtige“ war für sie Makumira mit dem University College. „Makumira ist so eine Art Vorort von Arusha. Der Daladala braucht ungefähr 20 Minuten für die Strecke.“  Dala-was? „Daladalas sind Kleinbusse, mit denen man in Tansania praktisch alles transportiert. Das Motto dafür lautet ‚Einer passt immer noch rein.’ Deshalb quetschen sich meistens eine ganz unglaubliche Anzahl von Personen hinein, und zwar mit ihrem Gepäck. Dazu gehören durchaus auch lebende Ziegen oder Hühner.“ Für die einen eine Szene aus einem Film wie „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ – für Miriam Heisig eine ganz alltägliche Erfahrung: „Man gewöhnt sich schnell daran.“

In Makumira hat sie auf dem Universitätscampus im Studentenwohnheim gewohnt. Dort lernte sie die große Offenheit und Gastfreundlichkeit der Tansanier kennen. „Am Anfang sagten die Studenten zu mir: ‚Karibu’, das heißt ‚willkommen’. Das war nicht einfach nur eine Höflichkeitsformel. Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich kapiert hatte, dass sie das ganz wörtlich meinten: Komm vorbei, klopf an meine Zimmertür, tritt ein. Ich war wirklich willkommen.“

Gearbeitet hat die 20-Jährige gleich an zwei Orten: Vormittags in einem kleinen Kindergarten für die Kinder der Studentinnen. „Dort war ich oft ganz allein mit den zwölf Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Anfangs habe ich mit ihnen gespielt. Später, als ich richtig Suaheli sprechen und verstehen konnte, habe ich ihnen Englisch beigebracht.“ Weiter ging es nachmittags in der Familie eines deutschen Professors. „Die beiden älteren Kinder (6 und 8 Jahre) habe ich unterrichtet. Teilweise habe ich auch noch die beiden kleinen Kinder, vierjährige Zwillinge, betreut.“

Was bewegt eine 19-Jährige aus Gelsenkirchen-Buer dazu, ein Jahr in Tansania zu verbringen? „Schon als kleines Kind war ich fasziniert, wenn ich Bilder aus Afrika sah oder Geschichten darüber hörte. Ich dachte immer: Dort muss es richtig schön sein.“ Dann erzählte eine Freundin von ihrem Jahr in Afrika. „Und“, sagt Miriam Heisig ganz offen, “ich wusste nach dem Abitur einfach noch nicht, was ich machen wollte.“

Nun ist sie vollauf begeistert von Tansania.  Doch es ist keine blinde Begeisterung. Sie hat auch wahrgenommen, was nicht unbedingt „schön“  ist – oder zumindest nicht ihrer Denkweise entspricht. „Christlicher Glaube ist in Tansania weithin so ein wörtlicher Bibelglaube“, sagt sie kritisch. „Auch bei den Studenten heißt es einfach: Gott will keine Homosexualität, deshalb darf das nicht sein. Punkt. Da werden die Autoritäten nicht hinterfragt und eigenständiges Denken findet viel zu selten statt.“

Trotzdem ist sie in Makumira viel häufiger zum Gottesdienst gegangen als daheim in Buer. „Das gehört in Tansania selbstverständlich dazu“, sagt sie. „Und die Gottesdienste sind viel lebendiger. Es gibt ganz viel Musik mit tollen Gospelchören und einen festen Ablauf, so dass man immer genau weiß, was gerade geschieht.“

Neben Makumira hat Miriam auch andere Städte und Dörfer kennen gelernt. „Auf dem Campus herrscht ein nahezu europäisches Flair“, berichtet sie. „Das war zum Beispiel in Bukoba ganz anders.“ In der Nähe des kleinen Städtchens hat sie einige Wochen im Haus einer Studienfreundin gewohnt. Doch auch dort hat sie erlebt, was ihr in Tansania am besten gefällt: „Die Menschen sind unglaublich offen und gastfreundlich. Sie begegneten mir, als ob ich zur Familie gehörte.“ KB

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