Juwelen aus Tschechien in Gelsenkirchen

Die tschechische Organistin Linda Sítková gastierte in der Altstadtkirche

Linda Sítková schätzt die Orgel der Altstadtkirche mit ihren „schönen romantischen Farben“. FOTO: MAXIMILIAN WIESCHER

Linda Sítková schätzt die Orgel der Altstadtkirche mit ihren „schönen romantischen Farben“. FOTO: MAXIMILIAN WIESCHER

GELSENKIRCHEN – Stille Wasser sind tief: Auch in den leisen Klängen der Orgel der Altstadtkirche steckt eine enorme Kraft und Vielfalt. Sowohl meditativ-behagliche als auch gruselige Klänge gehören zur Darbietung dazu. Gesangliche Melodien, hektische Bewegungen und schwerelos schwebende Klangwolken wechseln sich ab. Das ganze steigert sich zur gewaltigen Klangstärke, für die die französische Orgelromantik bekannt ist. All dies stammt aus der Feder des Komponisten, der einer der Begründer dieses Stils war und der gesagt haben soll, dass die Orgel „sein Orchester“ ist: César Franck.

All dies gehörte zum Programm beim ersten Gelsenkirchener Konzert des Orgelfestivals Ruhr. Stargast des Abends war die tschechische Organistin Linda Sítková. Dieser Darbietung von César Franck war die ausgeklügelte Virtuosität und die volle Kraft Johann Sebastian Bachs vorausgegangen. Als besonderes Glanzstück hatte die Gastorganistin Werke von zwei kaum bekannten Komponisten aus ihrer Heimat mitgebracht: Josef Kličkas „Vyšehrad“ erwies sich als eine ausgedehnte Fantasie über Bedřich Smetanas symphonische Dichtungen „Mein Vaterland“, zu denen auch seine berühmteste Komposition „Die Moldau“ gehört.


Von Es-Dur zu Es-Dur

Mächtige Akkorde gaben einen Eindruck vom Prunk der altehrwürdigen Burg Vyšehrad bei Prag und wechselten sich mit Klängen ab, die auch aus der Harfe des dort ansässigen Sängers Lumir stammen könnten. Auch die Wellen der Moldau und die endlosen Naturlandschaften Tschechiens erinnerten das Publikum an Kreationen des wohl bekanntesten tschechischen Komponisten.

Ein Werk des modernen tschechoslowakischen Komponisten Petr Eben (1929-2007) beschloss das Programm: Das Finale seiner „Sonntagsmusik“ lebte von schrägen Akkorden und hektischen Bewegungen, die sich urplötzlich mit der trügerischen Ruhe leiser Flötenklänge abwechselten. „Wenn wir das Konzert mit Bach in Es-Dur angefangen haben, beenden wir es auch mit Bach in Es-Dur“, kündigte Linda Sítková an und spielte als Zugabe Bachs Choralfantasie zu „‚Wachet auf!‘, ruft uns die Stimme“.


Viel Lob vom Publikum

Diese Darbietungen brachten Linda Sítková direkt nach dem Konzert viel Lob vom Publikum ein. Einige Zuhörer ließen sich von ihr sogar ihre Programmhefte signieren. „Ich bin im Oktober in Prag, vielleicht habe ich dann ja eine Gelegenheit, Sie noch einmal in einer Ihrer Kirchen zu hören“, meinte eine Zuhörerin.

Linda Sítková (38) studierte in Prag und Stuttgart, nahm erfolgreich an vielen Wettbewerben und Orgelfestivals in ganz Mitteleuropa teil und tritt häufig zusammen mit einigen bekannten tschechischen Orchestern und Chören auf. Außerdem ist sie Organistin in zwei deutsch-katholischen Kirchen in Prag. An der Orgel der Altstadtkirche schätzt sie besonders „den sehr angenehmen Klang. Man kann hier schöne, romantische Farben finden, besonders für solche Komponisten wie Klička. Sein ‚Vyšehrad‘ ist wie eine Improvisation über die Themen von Smetana. Damals hatten die meisten einfachen Leute kaum Möglichkeiten, Smetana richtig mit Orchester zu hören.“

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