Geboren im russischen Kasan, mittlerweile in der Schweiz lebend, macht sich die international erfolgreiche junge Konzertorganistin für Frauen in ihrem Beruf stark. Und romantische Orgelmusik hat es ihr besonders angetan.
„Hell und Dunkel“, so ihr Motto für das 2. Gelsenkirchener Konzert im Rahmen des diesjährigen Orgelfestival Ruhr. Und dieses Thema zog sich durch das gesamte Programm, wobei jedes der vorgetragenen Musikstücke eine eigene Klangfarbe hatte.
Mutig, fröhlich, hell, so zeigte sich die Toccata Quinta von Georg Muffat, zu Beginn des Konzerts.
Trotz Hitze und Ferienzeit war die Altstadtkirche überraschend gut besucht. „Das Publikum des Orgelfestival Ruhr hat jetzt schon die Besucherzahl des Rekordjahres 2025 geknackt“, freute sich Kreiskantor Andreas Fröhling über den wachsenden Zuspruch zu dieser Konzertreihe.
Wie ihr denn die Schuke – Orgel der Altstadtkirche gefalle, wie sie damit zurechtkäme, wollte Fröhling von Sofia Korsakova wissen. „Diese Orgel hat eine so große Vielfaltigkeit, einfach wunderbar“, schwärmte sie sehr angetan von diesem Instrument.
„Das Stück ist zu Beginn voll jugendlichem Temperament, wird dann verhaltener, findet zum Ende dann aber wieder zu Klarheit und Licht“, erläuterte Fröhling zum folgenden „Präludium und Fuge g-Moll“ von Johann Sebastian Bach. Korsakova begab sich unterdessen zur Orgel und das Publikum konnte ihr Spiel per Videoübertragung auf der großen Leinwand gut verfolgen.
Sehr konzentriert, sichtlich mit großer Spielfreude beeindruckte die junge Organistin die Zuhörenden. Melodiösen, romantischen Werken widmet sie sich besonders gern, an diesem Abend fand aber auch zeitgenössische Musik ins Programm. So auch „Vers L`espérance“, der Hoffnung entgegen, von Thierrry Escaich. Gleich zu Beginn bricht geradezu ein Gewittersturm an Tönen aufs Publikum herab. Scharfe, unrhythmische Passagen, doch auch hier folgt Helles auf Dunkles.
Als nächstes das Stück, das diesem Konzert den Namen gab. „Hell und Dunkel“, von Sofia Gubaidullina. Es ist das einzige Orgelwerk, das die aus der gleichen Region wie Korsakova stammende Komponistin geschrieben hat. Beginnend wie ein Gewitter, bedrohlich, düster, dunkel und direkt dazwischen helle, leichte, fast fröhliche Klangfarben, wie ein zwitschernder Vogel anmutend. Ganz dunkle, düstere und gleichzeitig sehr helle, leichte Töne.
Ein gebannt zuhörendes Publikum brauchte nach dem letzten Ton erst eine kurze Verschnaufpause, dann bedankte es sich mit kräftigem Applaus und standing ovations.
Das Orgelfestival Ruhr bietet noch sechs Konzerte, erstmals auch in Hattingen, und endet mit dem großen Finale am 20. September, der Last Night in der Kreuzeskirche in Essen.
Text: Frauke Haardt-Radzik
Fotos: Cornelia Fischer



