Gut begleitet an westfälischen Universitäten: Evangelische Angebote für Studierende mit neuem Konzept

Bielefeld - Lange war nicht klar, wie eine gute Begleitung von Studierenden an westfälischen Universitätsstandorten in Zukunft gelingen kann. Jetzt startet die Evangelische Studierenden-Gemeinde (ESG) innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) mit einem neuen, zukunftsweisenden Konzept. Kern der künftigen ESG-Arbeit wird eine zentrale Koordination für alle westfälischen Uni-Standorte sein. Sie wird vom Bildungscampus der EKvW in Villigst bei Schwerte aus gesteuert, wo künftig der ESG-Pfarrer der Landeskirche seinen Sitz haben

Der künftige ESG-Pfarrer Dr. Christian Plate. Foto: privat

Erster Akteur in dieser neu zugeschnittenen Funktion ist Dr. Christian Plate. Der 44-jährige Theologe, der zur Zeit noch als Gemeindepfarrer in Wolbeck/Münster tätig ist, wird seine neue Position für die ESG Westfalen zum 1. Juni dieses Jahres übernehmen. Christian Plate freut sich auf seine künftige Arbeit für und mit jungen Erwachsenen im Studium. „Die Studienzeit ist eine wichtige Phase in der eigenen Lebensgeschichte“, sagt der künftige ESG-Pfarrer, der vor seinem Wirken als Gemeindepfarrer schon als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster intensiven Kontakt mit Studierenden hatte. „Da haben wir als Kirche den Auftrag, für junge Menschen da zu sein; nicht als Konkurrenz zu anderen Angeboten, sondern als Bereicherung.“

Im Laufe dieses Jahres werden an allen westfälischen Universitäten Angebote der Evangelischen Studierendengemeinde in neuer Form zur Verfügung stehen. Begleitet werden sie vor Ort auch von studentischen Mitwirkenden. In Münster, wo der örtliche ESG-Pfarrer Hans-Jürgen Drechsler noch bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand aktiv bleibt, und in Siegen, dort ist die ESG-Arbeit in Verantwortung des Kirchenkreises organisiert, stehen aktuell darüber hinaus weitere Pfarrpersonen für die Studierendenarbeit zur Verfügung.

Das westfälische Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika, kurz ‚STUBE‘, ist seit Jahresbeginn zentral am oikos-Institut für Mission und Ökumene der EKvW mit Sitz in Dortmund verortet.

Drei wesentliche Elemente werden die künftige ESG-Arbeit in Westfalen prägen. Dazu zählen zum einen überregionale Angebote, die von Villigst aus für alle Universitätsstädte – neben Münster und Siegen sind dies Dortmund, Bochum, Bielefeld und Paderborn – organisiert werden. Unterstützt und mitgestaltet werden diese Angebote jeweils von den studentischen Mitarbeitenden vor Ort.

Zudem nutzt die ESG Westfalen dafür die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen, beispielsweise Kirchengemeinden oder kreiskirchlichen Diensten. So werden auch Treffen und Veranstaltungen in Gemeindehäusern vor Ort stattfinden; in Bielefeld etwa bietet die dortige Dierich-Bonhoeffer-Gemeinde ein neues Domizil für ESG-Gruppen.

Die Evangelische Studierendenarbeit soll aber auch zielgruppengerecht erheblich digitaler werden. Zahlreiche junge Interessierte nutzen und gestalten schon jetzt digitale Verkündigungs-, Vernetzungs- oder spirituelle Angebote. Entsprechende digitale Foren werden künftig intensiviert und ausgebaut. Dabei sollen auch digitale Formen für Seelsorge ihren Platz erhalten.

Ebenfalls digital wird von Villigst aus eine Plattform für kirchliche Angebote an den einzelnen Orten entstehen. Mit deren Hilfe können Studierende künftig das passende Angebot für kirchliche Gruppen, Andachten, Austausch oder Seelsorge in ihrem jeweiligen Umfeld finden.

Perspektivisch wird landeskirchenweit für die westfälische Studierendenarbeit neben dem ESG-Pfarrer eine weitere Person hauptamtlich tätig sein. Ob es sich dabei ebenfalls um eine Pfarrperson oder eine Fachkraft mit anderer Profession, beispielsweise eine*n Gemeindepädagog*in, handeln wird, ist noch nicht abschließend entschieden.

Bunt und vielfältig soll das evangelische Angebot für Studierende in Westfalen auch in Zukunft sein. Das neue Konzept, das auf überregionale Impulse und Vernetzung setzt, bietet dafür eine zeitgemäße Grundlage. Für Christian Plate eine gute Voraussetzung für den Start: „Als Kirche ist diese ESG-Arbeit Auftrag und Chance zugleich.“

 

Landeskirchenamt der EKvW - Stabsstelle Kommunikation