Für ein friedliches und solidarisches Europa

Katholische Stadtkirche und Evangelischer Kirchenkreis rufen zur Wahlbeteiligung am 26. Mai auf

„Freizügigkeit, Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden“ – zu diesen Stichworten sprachen Stadtdechant Markus Pottbäcker (links) und Superintendent Heiner Montanus über Europa.

„Freizügigkeit, Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden“ – zu diesen Stichworten sprachen Stadtdechant Markus Pottbäcker (links) und Superintendent Heiner Montanus über Europa.

Farbe in den trüben Regentag brachte die Mädchentanzgruppe der Katholischen Spanischen Mission Gelsenkirchen.

Farbe in den trüben Regentag brachte die Mädchentanzgruppe der Katholischen Spanischen Mission Gelsenkirchen.

„Freude heißt die starke Feder/ in der ewigen Natur./ Freude, Freude treibt die Räder / in der großen Weltenuhr“. Der Spontanchor brachte unter dem mitreißenden Norbert Labatzki eine ganz passable Aufführung der Europahymne zustande. PHOTOS: CORNELIA FISCHER

„Freude heißt die starke Feder/ in der ewigen Natur./ Freude, Freude treibt die Räder / in der großen Weltenuhr“. Der Spontanchor brachte unter dem mitreißenden Norbert Labatzki eine ganz passable Aufführung der Europahymne zustande. PHOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – So ganz rund läuft es mit der Europawahl noch nicht. Seit fast 50 Jahren lebt die Niederländerin Sinie Hammink in Bochum – und darf trotzdem nicht daran teilnehmen. „Ich hätte extra beantragen müssen, in die Wahlliste aufgenommen zu werden. Darüber hatte ich keine Mitteilung erhalten“, berichtete sie in der Talkrunde mit Ralf Laskowski, dem Chefredakteur von Radio Emscher-Lippe. Doch bereits 1970, als sie sich in einen Deutschen verliebte und nach Bochum zog, wollte sie die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden am liebsten abschaffen.

74 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs haben die Evangelische und Katholische Kirche in Gelsenkirchen am Mittwoch, 8. Mai, dazu aufgerufen, für Europa zu stimmen und sich dabei gegen diejenigen zu wehren, die wieder Grenzen ziehen wollen und meinen, Deutschland wäre ohne die europäische Gemeinschaft besser dran. Unter der Überschrift „Christen geben Europa ihre Stimme“ eröffneten Superintendent Heiner Montanus und Stadtdechant Markus Pottbäcker die Veranstaltung auf den Stufen der Altstadtkirche mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis zu Europa.


Im Herzen Europäerin

Pottbäcker erinnerte daran, dass es bis Ende der 80er Jahre noch viele Schlagbäume und Zollstationen gab. „Wenn solche ‚harten‘ Grenzen verschwinden, verschwinden auch die weichen Grenzen im Denken. Diese Grenzen dienen immer der Abgrenzung. Kein vernünftiger Mensch kann das heute noch wollen.“

Dass es in Europa nicht nur schön ist, dass es Probleme gibt, die angepackt werden müssen, darüber sind sich Stadtdechant und Superintendent einig. „Und jetzt gibt es einige, die sagen ‚Europa ist das Problem‘“, so Montanus, „aber was in guten und in schwierigen Zeiten wichtig ist, ist Solidarität. Ohne sie wären wir allein, isoliert, ganz auf uns gestellt. Es ginge uns nicht besser, sondern schlechter.“

Ein wenig besseres Wetter hätte diese Freiluft-Veranstaltung verdient. Auf dem verregneten Heinrich-König-Platz waren anfangs rund 150 Menschen versammelt. Auch die Passanten und Besucher des Feierabendmarktes zeigten Interesse – ergiebige Regenschauer führten dann doch zu Rückzugserscheinungen.

An der Talkrunde, moderiert von Ralf Laskowski, nahmen neben Sinie Hammink weitere Frauen aus der europäischen Gemeinschaft teil: Adisa Focic aus Bosnien sowie Mioara Boboc und Lucia Timpert aus Rumänien schilderten ihre Erfahrungen im grenzfreien Europa und erzählten auch von den Schwierigkeiten, in Deutschland Fuß zu fassen. „Im Herzen bin ich Europäerin“, sagte Focic unter dem Beifall des Publikums.


Vater unser in vielen Sprachen Europas

Fröhliche Farbe in das trübe Wetter brachte die Mädchentanzgruppe der Katholischen Spanischen Mission Gelsenkirchen. Um 18 Uhr läuteten die Glocken der Altstadtkirche und der Propsteikirche für den Fortbestand des Friedens in Europa. Dank der temperamentvollen Einladung von Norbert Labatzki machen nahezu alle Besucherinnen und Besucher bei der Aufführung der Europahymne mit. Sie hat zwar offiziell gar keinen Text, sondern nur die Melodie der „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven. Doch es mag in Gelsenkirchen erlaubt sein, zwei Strophen aus dem Text von Friedrich Schiller („Freude schöner Götterfunken“ und „Freude heißt die starke Feder“) dazu zu singen.

Zum Abschluss sprach, wer mochte, das Gebet, das Christinnen und Christen auf der ganzen Welt vereint. Dazu gab es einen Handzettel mit dem Text des „Vater unser“ in vielen Sprachen Europas.

Den Ausklang gestalteten Eckhard Jeczkowski (Evangelische Arbeitnehmerbewegung, EAB) und Werner Skiba (Katholische Arbeitnehmerbewegung, KAB) für die Christlichen Sozialverbände Gelsenkirchen, das sind EAB, KAB, Kolping und das Evangelische Industrie- und Sozialpfarramt. Sie hatten diesen Nachmittag vorbereitet und organisiert. Jeczkowski dankte allen Mitwirkenden. Skiba rief dazu auf, „sich für die Europäische Union als historisches Friedenprojekt einzusetzen. Geben Sie den Populisten und nationalen Egoisten keine Chance. Wählen Sie am 26. Mai eine Partei, die sich für ein demokratisches, friedliches, solidarisches und nachhaltiges Europa einsetzt.“

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