Slava Pasku, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, betonte die besondere Bedeutung der Neuen Synagoge als Ort der Erinnerung und Begegnung. Angesichts aktueller Konflikte weltweit erinnerte sie daran, dass Frieden nicht selbstverständlich sei. „Frieden beginnt bei jedem von uns – in unserer Stadt, in unseren Nachbarschaften und in unserem täglichen Miteinander“, sagte Pasku und verwies auf die Bedeutung von Zusammenhalt und Verständigung.
Auch Oberbürgermeisterin Andrea Henze stellte die schwierige weltpolitische Lage in den Mittelpunkt ihrer Rede. Gerade in Zeiten internationaler Konflikte seien gemeinsame Werte wie Menschenwürde, Freiheit und Frieden wichtiger denn je. „Frieden ist die Grundlage für ein Leben in Freiheit“, betonte sie.
Für ver.di sprach Hannah Huesmann-Trulsen über Frieden als gesellschaftliche Aufgabe. Sie warb für Diplomatie, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt als Grundlagen eines nachhaltigen Friedens. Ihr Leitgedanke: „Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit.“
Den Blick auf die junge Generation richteten Vertreterinnen und Vertreter des Jugendzentrums der Jüdischen Gemeinde. Kriege und Konflikte seien über soziale Medien ständig präsent und beeinflussten auch den Alltag vieler Jugendlicher. Umso wichtiger seien Orte für Austausch, Information und Dialog.
Zum Abschluss standen mit Igor Kuznecov (Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde), Serdar Yilmaz (Sprecher Kreis Gelsenkirchener Muslime), Stadtdechant Markus Pottbäcker und Superintendent Heiner Montanus die Religionsgemeinschaften gemeinsam auf der Bühne. Gemeinsam warben sie für Dialog, gegenseitigen Respekt und eine Kultur des Zuhörens. Frieden entstehe nicht allein an Verhandlungstischen, sondern vor allem im täglichen Miteinander. „Wir können die großen Kriege dieser Welt nicht alleine beenden, aber wir können entscheiden, welche Atmosphäre wir in unserer eigenen Stadt schaffen“, sagte Heiner Montanus. Seine Botschaft fasste die zentrale Idee der Kundgebung zusammen: „Manchmal beginnt Frieden klein: mit einem Gespräch, einem Zuhören, einer ausgestreckten Hand.“ KO




