Ev. Apostelkirche wird zum Indoor-Spielplatz – Hüpfburg, Waffeln und ein Gottesdienst zwischen Bierzeltgarnituren

Gelsenkirchen - Eine Hüpfburg mitten im Kirchenschiff, Rutschautos vor dem Altar und der Duft frisch gebackener Waffeln aus der Sakristei – drei Tage lang verwandelte sich die Apostelkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Gelsenkirchen-Nord über Karneval in einen fröhlichen Indoor-Spielplatz. Das Angebot lockte zahlreiche Familien an und sorgte für Begeisterung – auch bei denen, die sonst selten eine Kirche betreten.

Pfarrerin Mirjam Domke (r.) hatte die zum Indoor-Spielplatz in der Kirche.

Eine Hüpfburg mitten im Kirchenschiff begeisterte viele große und kleine Gäste.

Die Idee sei schon länger gereift, erzählt Pfarrerin Mirjam Domke. „Ich hatte mich von einer Nachbargemeinde inspirieren lassen, die einen Indoor-Spielplatz im Gemeindehaus anbietet. Da dachte ich: In der Kirche wäre das doch noch viel cooler.“ Gemeinsam mit Jugendmitarbeiter und Diakon Martin Grube wurde der Plan umgesetzt: mit Hüpfburg, Rutschfahrzeugen, einem Bauteppich, Bastelstationen und Waffeln.

Hüpfendes Herz und  Essen im Altarraum

Dass Kinder und Familien im Altarraum essen durften, sorgte für besondere Momente. „Manche sagten, sie fühlten sich gleich gesegneter“, so Domke schmunzelnd. „Gerade deshalb wollten wir zeigen: Kirche kann auch ein Ort sein, den sich Kinder aneignen dürfen.“

Passend zur Hüpfburg feierte die Gemeinde einen kurzen Karnevalsgottesdienst unter dem Motto „Mein Herz hüpft“ an Karnevalssonntag. Statt Kirchenbänken standen dafür Bierzeltgarnituren im Raum. Los ging es, etwas ungewöhnlich, um 10:10 Uhr. Grund dafür: Um 11:11 Uhr ging es vor die Kirche, denn dort startete der Kinder-Karnevalsumzug an der Hochstraße.

Kostenlos – und trotzdem über 600 Euro gesammelt

Nach dem Umzug strömten viele Familien zurück in die Kirche, wo Kakao und Waffeln bereitstanden. Der Indoor-Spielplatz war bewusst kostenlos gehalten. Wer wollte, konnte für ein neues Klettergerüst spenden, das langfristig angeschafft werden soll. Das zusammensteckbare und abbaubare Klettergerüst soll dann sowohl in der Kirche als auch im Garten neben der Kirche benutzt werden können.

 Klettergerüst spenden, das langfristig angeschafft werden soll.

„Über 600 Euro sind zusammengekommen“, freut sich Pfarrerin Domke. Die Resonanz war insgesamt so positiv, dass schnell klar wurde: Die Aktion soll keine einmalige bleiben. „Wir werden das auf jeden Fall wiederholen – vielleicht im Sommer, wenn wir das Klettergerüst haben.“

Niedrigschwellig und einladend

Wichtig sei der Gemeinde besonders der niedrigschwellige Charakter des Angebots. „In die Kirche kommen Menschen, die sonst vielleicht nicht in ein Gemeindehaus gehen würden“, so Domke. Die offene, spielerische Atmosphäre habe viele abgeholt – und zugleich ein wenig gezeigt, wie eine „Kinderkathedrale“ aussehen könne. „Die Stimmung war großartig. Es hat sich einfach richtig angefühlt, das auszuprobieren.“ KO


Fotos: Ev. Kirchengemeinde Gelsenkirchen-Nord

Text: Ev. Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid