Eine neue Art von Nähe

Erfahrungen mit dem digitalen Konfi-Unterricht

Pfarrerin Mirjam Domke trifft sich alle 14 Tage für den einstündigen Unterricht mit den Jugendlichen am PC. FOTO: CORNELIA FISCHER

Pfarrerin Mirjam Domke trifft sich alle 14 Tage für den einstündigen Unterricht mit den Jugendlichen am PC. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Wir haben unsere Konfirmanden und Konfirmandinnen bisher ein einziges Mal real getroffen.“ Andrea Neß und Mirjam Domke sind als Pfarrerinnen für den kirchlichen Unterricht in ihren Gemeinden im Süden bzw. im Norden Gelsenkirchens dank Corona jetzt digital unterwegs. „Ich verstehe Konfiarbeit als Beziehungsarbeit und ich spüre, dass ich digital nicht so gut mit den Jugendlichen in Kontakt komme“, bedauert Mirjam Domke und auch Kollegin Andrea Neß merkt, dass sich per Internet einige der Konfirmanden nicht gut erreichen lassen.

Schließlich hat nicht jede und jeder einen eigenen Rechner zuhause dafür zur Verfügung, bei einigen ist die Videofunktion am PC oder Tablet nicht vorhanden. Dann sieht man von ihnen beim vierzehntägigen Zoom-Unterricht nur ein Standbild.

Aber: Der digitale Konfiunterricht bringt auch viel Kreativität ins Spiel. Stichwort: Actionbound. Da wird die Passionszeit als digitaler Kreuzweg-Gottesdienst gestaltet. Da wird das Vater Unser digital gebetet, einen Segen zum Schluss gestalten auch mal alle gemeinsam mit einer Segensschnur, die als gefühlte Verbindung von PC zu PC gespannt wird.

Und: Eine neue Art von Nähe entsteht zwischen allen, die sich zum Zoom-Unterricht am PC treffen. „Plötzlich sitze ich mit dem Bildschirm im jeweiligen Kinderzimmer und die Jugendlichen sitzen ebenso bei mir mit in meinem Zimmer“, stellt Pfarrerin Domke fest und auch Andrea Neß sieht eine neue, andersartige Form von Nähe: „Die Konfis bringen interessante Ideen mit ein. Und Emotionen sind auch digital möglich.“ Zum Thema Passion und Leiden haben einige der Jugendlichen erzählt, wie schwer es für sie war, als die Oma, der Opa starb und sie wegen Corona keinen Abschied nehmen konnten.

Einige der jetzt entstandenen Formate, wie Actionbound oder Konapp, könnten eigentlich gut auch nach Corona weiter eingesetzt werden, finden beide Pastorinnen.

Und wie kommt der neuartige Distanzunterricht bei den Jugendlichen selbst an? Hier sehen Neß und Domke einen großen Pragmatismus. Es ist schon okay, sagen sie und zeigen auch eine neue Form von Solidarität, auch mit den Pfarrerinnen, wenn mal etwas mit der Technik nicht so klappt. Schließlich ist es nun mal die beste Möglichkeit, dass sich alle schützen können und trotzdem hoffentlich bald alle gemeinsam die Konfirmation feiern werden.

„Und dabei muss man bedenken, dass die Konfis ja schon stundenlanges homeschooling hinter sich haben, bevor sie sich dann auch noch für eine Stunde zum Konfiunterricht an den PC setzen müssen“, stellt Andrea Neß anerkennend fest. Beide wollen sich bei den Jugendlichen für ihre Geduld und Ausdauer auch ausdrücklich bedanken. „Wir planen da eine kleine Osterüberraschung“, schmunzelt Mirjam Domke. Und für beide ist auch und gerade in dieser Ausnahmesituation klar: „Wir sind mit den Jugendlichen gemeinsam auf der Suche nach Gott.“

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