Eine Flöte und dazu viele Tasten Duo CRUSH begeistert beim 158. Emporenkonzert

Gelsenkirchen – CRUSH kam zum wiederholten Male – und zog auch diesmal das Publikum in der Nicolai - Kirche mit einem außergewöhnlichen Programm in seinen Bann. Von Bach bis Jazz - von Altbekanntem bis Minimal Music reichte die Bandbreite.

Gemeinsam mit Pia Marei Hauser gastierte Marin Petrov, Klavier, als Duo CRUSH in der Nicolai – Kirche.

Flötistin Pia Marei Hauser entführte die Konzertbesucher in die besondere Klangschönheit der Neuen Musik.

Pia Marei Hauser an der Flöte, Marin Petrov am Klavier und Andreas Fröhling, hier mal nicht an der Orgel, sondern als Rezitator bei Eric Saties Gnossiennes, boten ein außergewöhnliches Emporenkonzert in der Nicolai – Kirche.

Pia Marei Hauser entlockte der Querflöte gleich beim ersten Stück wunderbar meditativ – ruhige Melodien. Deep Blue von Ian Clarke, vom Gesang des Ozeans und der Wale inspiriert. Dabei erfüllten die Flötentöne mühelos den gesamten Altarraum der Kirche mit ihrem Klang. Das Klavier, gespielt von Marin Petrov, übernahm die ruhige Begleitung dazu, nahm die Flötentöne auf, spiegelte sie, ergänzte das Klangbild der Flöte. Zusammen bot das Duo ein wunderbar melodiöses Stück, das die Zuhörer von Anfang an in seinen Bann zog.

Minimal Music versus Bach, beim 158. Emporenkonzert wurde von alt nach neu und umgekehrt hin und hergewechselt. Brüche, Dissonanzen, irgendwie ruppige Wechsel entstanden dabei jedoch nicht. Dieses klug durchdachte Konzertprogramm nahm die Zuhörer vielmehr mit auf eine außergewöhnliche musikalische Reise. Während sich das Duo CRUSH der Minimal Music widmete, übernahm Stadtkantor Andreas Fröhling dagegen den Part des Altbekannten: Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge a-Moll, im Wechsel folgte Musik von Arvo Pärt, Eric Satie und Philip Glass. Sehr intensiv auch das musikalische Zusammenspiel aller drei Künstler bei Eric Saties „Gnossiennes 1, 2 und 3“. Zunächst begannen Flöte und Harmonium (Fröhling) einen Dialog, dann gesellte sich, quasi die Melodie unterlegend, das Klavier (Petrov) hinzu. Ein ruhig dahinschreitender, meditativer, intensiver musikalischer Dialog.

Ein starker Gegensatz dazu Bachs Präludium a-Moll, von Fröhling auf der Orgel gespielt. Von der Empore erklang das Erwartbare, Bekannte, unten im Altarraum tastete sich das Neue heran. Auf Philip Glass folgte Bachs Fuge a – Moll. Zum tönenden Abschluss dieses beeindruckenden Konzertabends wurde es mit Claude Bollings „Irlandaise und Veloce“ aus Suite Nr 1 dann noch jazzig. Langanhaltender Applaus ließ keinen Zweifel am Zuspruch des Publikums, das dieses Emporenkonzert ganz offensichtlich genoss. Das nächste Emporenkonzert findet wie üblich an einem 15., nämlich am Mittwoch, dem 15. November statt. 

 

Textautorin: Frauke Haardt-Radzik

Fotos: Cornelia Fischer