Ein Traum ging in Erfüllung

Erstes Weihnachten in der eigenen Wohnung

Veronika Neumann und Gerhard Queitzsch haben sich ihren Traum von der eigenen Wohnung erfüllt. FOTO: CORINNA LEE

GELSENKIRCHEN – Alt genug, um alleine zu wohnen, sind beide schon länger. Der Weg zur Eigenständigkeit aber brauchte Zeit. Veronika Neumann ist 55 Jahre alt und zog vor 25 Jahren in das Wichernhaus, ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen im Gelsenkirchener Stadtteil Resser Mark. Gerhard Queitzsch ist 54 Jahre alt. Als 12-jähriger Junge zog er 1968 ins Wichernhaus, vor kurzem feierte er sein 40-jähriges Aufnahmejubiläum.

Veronika und Gerhard lebten zusammen auf einer Wohngruppe im Wichernhaus. Wann und wie sie sich ineinander verliebten, können sie nicht genau rekonstruieren. Allein die Erinnerung daran lässt die Wangen noch heute ein wenig glühen. Sie durften als eines der ersten Paare ein Doppelzimmer beziehen. Selbstverständlich war dies vor gut 20 Jahren nicht! Der Wunsch nach mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit begleitete beide durch den Alltag. Im Jahr 2000 verließen sie das Wichernhaus. Die Rundumversorgung mit sauberer Wäsche und warmem Essen, ohne einkaufen und kochen zu müssen, ließen sie hinter sich. In der Außenwohngruppe mussten alle anpacken und ihre Dienste verrichten, damit das Zusammenleben der Gruppe gelang.

Im Juli 2007 erfüllten sich beide ihren lang gehegten Wunsch: sie heirateten. Nun wollten sie als Paar in einer Wohnung leben! Das Wichernhaus reagierte: die engmaschige Betreuung wurde gelockert. Sie verließen den stationären Rahmen und wurden ambulant betreut – wegfallende versorgende Tätigkeiten mussten durch zunehmende Eigenständigkeit erst erlernt werden. Als dann schließlich Wohnungen im Altbau des Wichernhaus gebaut wurden, waren sie nicht mehr zu halten. „Ist doch klar!“ antwortete Veronika auf die Frage, ob sie mit ihrem Gerd dort einziehen möchte. In diesem Jahr feiern beide ihr erstes Weihnachtsfest in den eigenen vier Wänden. Sie fühlen sich wohl und sind beruhigt, dass – falls mal Not sein sollte – nebenan die Mitarbeitenden des Wichernhauses sind. Stolz sind sie auch, sie haben sich ihren Traum erfüllt.

Was unter dem Weihnachtsbaum liegen wird? Gerd grinst vielsagend und Veronika zählt ihre Wünsche auf. lee

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