Ein ökumenischer Pfarrer

Daniel Schwarzmann neuer Gemeindepfarrer in Wattenscheid.

Die Damen vom Seniorenkreis sind neugierig auf den jungen Gemeindepfarrer und dieser freut sich, jetzt die verschiedenen Gemeindegruppen kennenzulernen. Fotos: Frauke Haardt-Radzik

WATTENSCHEID – „Gottes Liebe hat für mich viele Gesichter – sie ist bunt und leuchtet in allen Regenbogenfarben!“ Der 40-jährige Daniel Schwarzmann  fühlt sich angekommen im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. In seiner neuen Gemeinde, der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid, in seinem Leben als evangelischer Mensch, Christ und Pfarrer – und bald als frischgebackener Ehemann.

Als katholischer Pfarrer in der Obdachlosenarbeit tätig

Geboren in Datteln, katholisch getauft und aufgewachsen, begann er seinen beruflichen Weg mit dem Studium der katholischen Theologie. Als Obdachlosenpfarrer wurde er in Dortmunds Nordstadt bekannt. „Ich habe eine deutliche Berufung zum Pfarrersein gespürt, aber nicht zum Zwangszölibat“, begründet der kürzlich zum evangelischen Gemeindepfarrer im Probedienst Gewählte den ungewöhnlichen Wechsel vom katholischen zum evangelischen Geistlichen. „Ich freue mich, dass ich nun auch viele Kolleginnen im Pfarramt habe, das bereichert mich sehr.“

Jetzt zum Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid gewählt

Damit er als protestantischer Pfarrer arbeiten kann,erhielt Schwarzmann von der Landeskirche in Bielefeld ein Stipendium, umevangelische Theologie an der Ruhr - Uni Bochum zu studieren. Ungewöhnlich wohl auch der einvernehmliche Wechsel von der katholischen zur evangelischen Kirche. „Ich fühle mich in beiden Konfessionen wohl, der Wechsel wurde mir sehr leicht gemacht“, kann er aus vollem Herzen sagen, „Ich bin nicht konvertiert, sondern in die evangelische Kirche übergegangen“, fügt er lächelnd hinzu.

Nun möchte er gern die Schätze aus beiden Konfessionen zu den Menschen bringen, um das zu suchen, was beide eint, nicht, was sie trennt.

Die katholischen Wurzeln bewahren

„Es ist eine große Freude, dass ich hier vom Presbyterium gewählt wurde“, ist Schwarzmann über diese außergewöhnliche Wendung in seinem Leben dankbar. Seine Probepredigt und Probekatechese haben das Presbyterium überzeugt, den evangelischen Amtstalar zum Einführungsgottesdienst hat ihm die Katholische St. Ewaldi - Gemeinde in Dortmund gestiftet. Und der Superintendent der Evangelischen Kirche Wattenscheid und Gelsenkirchen, Heiner Montanus, begrüßte ihn zur Ordination symbolisch mit einem Radiergummi in den Händen und den Worten: „Ihre katholische Indentität müssen sie nicht ausradieren, sie sind mit ihren Wurzeln hier sehr willkommen!“

Angekommen im Ruhrgebiet

Auch Schwarzmanns Kollege Pfarrer Christian Meier freut sich über die Verstärkung im Pfarrteam: „Er bringt wertvolle Erfahrung in der Obdachlosenarbeit mit und das ist hier bei uns ja durchaus auch ein Thema“. Und irgendwie als ein Zeichen von oben begegneten dem jungen Pfarrer auf dem Weg zu seinen Probepredigten jedes Mal Obdachlose auf den Treppen der Kirche und er kam gleich mit ihnen ins Gespräch: „Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist“, schmunzelt der sympathische Seelsorger und bekräftigt: „Gottes Liebe strömt allen Menschen zu, egal welcherReligion, Sexualität oder Hautfarbe, ganz ohne Bedingung. Das hab ich vom Protestantismus gelernt.“

Viele Wege in seinem neuen Wirkungskreis versucht er mit dem Fahrrad zurückzulegen. Sport ist ihm auch bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig. So plant Schwarzmann schon eifrig eine Fußball – Stadtmeisterschaft für die Jüngsten. Kinder aus den Kitas in Wattenscheid können sich dafür anmelden. Über Helfer bei dieser Aktion würde er sich sehr freuen.

„Meine Berufung als Mensch, Christ und Pfarrer plus Partnerschaft in meiner Heimat Ruhrgebiet: Das ist für mich jetzt alles lebbar“, stellt Wattenscheids ökumenischer Pfarrer Schwarzmann dankbar fest.

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