Im Mittelpunkt stand das Leben der Gefangenen und ihrer Angehörigen. Rund 440 Männer in der Strafhaft und ca. 170 Frauen in Untersuchungs- und Strafhaft sowie im offenen Vollzug sind in Gelsenkirchen untergebracht. Begleitet werden sie neben den Beamtinnen und Beamten vom Allgemeinen Vollzugsdienst (AVD) von Mitarbeitenden verschiedener Fachdienste, wie dem Sozialdienst, dem pädagogischen und psychologischen Dienst. „Wir haben zahlreiche Menschen kennengelernt, die sich mit ihrer je eigenen Fachlichkeit dafür einsetzen, dass Menschen in Haft eine Perspektive gewinnen können, die über die Mauern hinausreicht“, resümiert Montanus.
Die pastorale Arbeit in der Anstalt übernimmt ein ökumenisches Team. Seelsorgerin Maria Mauch und Pfarrerin Susanne Schart betreuen die Frauen und Männer seelsorglich in Einzel- und Gruppengesprächen und feiern wöchentlich mit ihnen Gottesdienste in den beiden anstaltseigenen Kirchen. Wie wichtig diese Aufgabe ist, betont Mirjam Domke von der Ev. Kirchengemeinde Gelsenkirchen-Nord: „Hier im Gefängnis habe ich gespürt, dass die Verkündigung des Evangeliums in ihrer ausgeprägtesten Form gelebt wird.“ Pfarrerin Domke, die bereits im Rahmen ihres Studiums Kontakt zu einer JVA hatte, ist die Arbeit mit Straffälligen nicht unbekannt: „Wir haben in unserer Gemeinde Jugendliche, die Sozialstunden leisten; in der Hoffnung, dass sie gar nicht erst in der JVA auftauchen.“
Eine Zusammenarbeit zwischen JVA und den Gemeinden des Ev. Kirchenkreises begrüßt Elisabeth Nubbemeyer: „Ich bin froh, dass der Kontakt entstanden ist, denn die Gefangenen und ihre Angehörigen sind nicht selten potentielle Gemeindeglieder, die auch außerhalb unserer Mauern Unterstützung brauchen.“ Und gerade die Kinder Inhaftierter, die besonders unter der Haftsituation eines Elternteils litten, so die Anstaltsleiterin, besuchten die kirchlichen Kitas, den Religions- oder Konfirmandenunterricht. sue

