Drei Stunden Bibel pur

In der Bleckkirche wird an 13 aufeinanderfolgenden Sonntagen aus der Lutherbibel von 2017 gelesen

Ulrich Penquitt, André Wülfing und Pfarrer Thomas Schöps (von links) haben das Projekt entwickelt und vorbereitet. Als Vorleserinnen und Vorleser beteiligen sich Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde), Bürgermeisterin Marti

Ulrich Penquitt, André Wülfing und Pfarrer Thomas Schöps (von links) haben das Projekt entwickelt und vorbereitet. Als Vorleserinnen und Vorleser beteiligen sich Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde), Bürgermeisterin Martina Rudowitz, Michael Schulz (Generalintendant des Musiktheaters im Revier) und über 30 weitere Gelsenkirchener. PHOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Am kommenden Sonntag geht es los. Die Bleckkirche präsentiert ein Programm, das es in sich hat: Drei Stunden Bibel pur. Vier Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger lesen von 15 bis 18 Uhr aus dem Ersten Buch Mose vor. Schöpfungsgeschichte und Sintflut , Abraham und Isaak – einiges wird bekannt sein, aber vieles auch neu und aufregend.

Das gilt nicht nur für diejenigen, die der Lesung zuhören, sondern auch für die Vorleserinnen und -leser. Bürgermeisterin Martina Rudowitz ist gleich am ersten Nachmittag mit dabei. Für sie ist das „auch ein spannendes Projekt zum Kennenlernen“ bisher vielleicht unbekannter Texte.

Der Lesung am 12. März folgen zwölf weitere. Jeden Sonntag bis einschließlich 4. Juni kommt ein Buch der Bibel zu Gehör. Rund 35 Gelsenkirchener Männer und Frauen wirken dabei mit: aus der Politik, aus der Kulturszene, aus den Evangelischen Kirchengemeinden und der Jüdischen Kultusgemeinde.

„Luther hat für die Übersetzung der Bibel bewusst kein Schriftdeutsch gewählt, sondern er hat ‚dem Volk auf’s Maul geschaut‘, wie er es nannte“ sagt Pfarrer Thomas Schöps, der für das Kulturprogramm der Bleckkirche verantwortlich ist. “Der Text der Bibel war und ist nicht allein zum stillen Lesen gedacht. sondern zum Vorlesen, zum Vortragen.“

André Wülfing von der „Wülfing geschichtenBühne“ und Ulrich Penquitt vom „Trias Theater Ruhr“ haben das Projekt vorbereitet und organisiert. Ihnen ist es wichtig, dass die Bibel ein öffentliches Gut ist, deren Texte in den öffentlichen Raum gehören – und gehört werden. Tatsächlich konnte die Deutschen ja durch Luthers Übersetzung zum allerersten Mal die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen – und sich damit auch kritisch mit ihr auseinandersetzen. Zudem legte Luther durch sein Werk den Grundstock für die Entwicklung des Hochdeutschen.

Zum 500. Reformationsjubiläum, das die Evangelische Kirche weltweit im Jahr 2017 feiert, ist die jüngste Ausgabe der Lutherbibel erschienen. Sie wurde seit der ersten Ausgabe von 1534 mehrfach überarbeitet und sprachlich angeglichen.

So kommen gleich zwei Anlässe zusammen, um die neueste Lutherbibel im öffentlichen Raum zu lesen und zu hören. Die Vortragenden konnten sich in Workshops unter der Leitung von Wülfing und Penquitt vorbereiten.

„Das Projekt zielt darauf ab, die Bibel zum Gemeingut für alle zu machen, unabhängig von Konfession und Glaubensüberzeugung“, sagt Pfarrer Schöps. Und man darf gespannt darauf sein, einmal ganze Bücher der Bibel zu hören – im oder vor dem ältesten Gotteshaus der Stadt. Der Eintritt ist an allen Sonntagen frei.

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