Die Option für die Armen nie aufgeben

Diakoniepfarrer Ernst Udo Metz geht in den Ruhestand

Verabschiedung in der Heßlerkirche: Für Diakoniepfarrer Ernst Udo Metz beginnt am 1. Februar der Ruhestand. FOTO: CORNELIA FISCHER

Verabschiedung in der Heßlerkirche: Für Diakoniepfarrer Ernst Udo Metz beginnt am 1. Februar der Ruhestand. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Nach fünf Jahren Amtszeit als Diakoniepfarrer wurde der Theologische Vorstand des Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid e.V. Ernst Udo Metz am dritten Advent von Superintendent Heiner Montanus in einem feierlichen Gottesdienst von seinen Aufgaben entpflichtet. Zum 31. Januar wird er in den Ruhestand gehen.

„Es war eine Zeit des Übergangs“, resümiert der 65-Jährige rückblickend. Etliche ehemalige Mitstreiter wechselten in dieser Zeit; Aufsichts- und Verwaltungsrat wurden neu besetzt, Prokuristen und Geschäftsführung wurden ebenfalls neu eingeführt. „Ich habe Überlegungen zu theologischer Hauptamtlichkeit im Diakoniewerk vorgelegt, damit das diakonische Profil weiterhin sichtbar bleibt und die Unternehmenskultur prägen kann. “


Die Welt der Langzeitarbeitslosen kennengelernt

Dem langjährigen Gemeindepfarrer, der sein Arbeitsleben ausschließlich im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid verbracht hat, lag vornehmlich daran, die Schnittstellen zwischen der unternehmerischen und der gemeindlichen Diakonie zu suchen. Die gesellschaftspolitischen Umstände brachten es mit sich, dass er dies hauptsächlich in den Bereichen Flüchtlingshilfe und Langzeitarbeitslosigkeit tun sollte. Ab 2015 stellte er sich den Herausforderungen in der Flüchtlingshilfe. In diesem Rahmen war sein Anliegen, die Bleibeperspektive für Flüchtlinge zu klären und Integration zu fördern – gemeinsam mit der Stadt und weiteren Kooperationspartnern. „Die Stadt Gelsenkirchen bietet gute Netzwerkarbeit. Kirche spielt eine Rolle in dieser Kommune, wir standen immer im engen Schulterschluss z. B. bei dem Projekt Flüchtlingshilfe im Quartier.“

Unter seiner Federführung als Sprecher der AG Wohlfahrt fiel auch die Aktualisierung des „Gelsenkirchener Appells“. Ein weiterer Leuchtturm seiner Arbeit war die Entwicklung des Projektes „Soziale Teilhabe“, mit dem Ziel, einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt zu entwickeln für Menschen, die nicht mehr auf den ersten Arbeitsmarkt gelangen werden. „Für mich war es ein echter Gewinn, die Welt der Langzeitarbeitslosen kennenzulernen“, sinniert der scheidende Diakoniepfarrer und mahnt: „Wir müssen immer ein Augenmerk auf die Menschen halten, die durch die Maschen hindurchfallen und dürfen als Diakonie und Kirche nie die Option für die Armen aufgeben.“ Und ein bisschen stolz ist er darauf, dass es mittlerweile vier Personen aus dem Projekt in längerfristige Arbeitsverhältnisse geschafft haben.


Diakonie als verlässlicher Sozialpartner

Den Gemeinden im Kirchenkreis werden wohl die besonders gestalteten Diakonie-Gottesdienste, die er in Kooperation mit unterschiedlichen Gemeinden des Kirchenkreises konzipiert und veranstaltet hat, in Erinnerung bleiben. Sie trugen Themen wie „Diakonie – Verbindung von Ehrenamt und Professionalität“, „Türen öffnen“ oder „Leben in Balance“. In diesem Jahr wies er unter Beteiligung von Mitarbeitenden aus verschiedenen Diakoniewerkeinrichtungen in einem Radiogottesdienst auf Kinder als Schutzbefohlene hin. Unter dem Thema „Menschenskinder“ eröffneten Mitarbeitende aus dem Evangelischen Kinder- und Jugendhaus sowie der Ambulanten Erziehungshilfen aus den Beratungsdiensten berührende Einblicke in ihre Praxis.

Mit seinen Initiativen hat Metz die einzelnen Arbeitsbereiche der Diakonie stets als verlässliche Sozialpartner vorgestellt. Er verwies immer auf die hohe fachliche Kompetenz der Mitarbeitenden, die im entschiedenen Einsatz für ihre Klientel schwierige Lebenssituationen beratend und begleitend verbessern helfen können.

Über seine zukünftige Lebenssituation, die nun nicht mehr durch den zeitumfassenden Pfarrberuf strukturiert werden wird, sagt er: „Wir können über unsere Zukunft nicht verfügen. Sie bleibt verschlossen und das Einzige, was sie braucht, ist unsere Offenheit“. Und dafür – so forderte  Superintendent Montanus die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher nach der Entpflichtung von Ernst Udo Metz auf – sollte die Gemeinde für ihn beten.

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