Die gemeinsame Zukunft nicht verlieren

Zwanzig Jahre christlich-jüdisches Gespräch in Westfalen

Das Layout der Ausstellungstafeln entwarfen Auszubildende des Berufskollegs für Technik und Gestaltung in Gelsenkirchen. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Eli, Eli, schelo jigamer leolam… Mein Gott, mein Gott, niemals enden mögen der Sand und das Meer, das Rauschen des Wassers, der Blitz am Himmel, das Gebet des Menschen.“ Die Sängerinnen Yael Izkovich und Viktoria Sarainski trugen die inständigen Bitten eines hebräischen Liedes am Sonntag, 9. November, im Rahmen einer besonderen Veranstaltung in der Gelsenkirchener Synagoge vor. 70 Jahre nach der Reichspogromnacht präsentierte die Evangelische Kirche von Westfalen in Kooperation mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Westfalen und Lippe eine neue Wanderausstellung. Unter dem Titel „Du gehst mich an. Juden und Christen in Westfalen auf dem Weg zu einem neuen Verhältnis“ stellt die Ausstellung die Beziehungen zwischen Christen und Juden in Vergangenheit und Gegenwart dar. „Es geht darum, die Ergebnisse des christlich-jüdischen Gesprächs in die Köpfe und Herzen der Menschen zu bringen“, erläuterte Udo Halama, Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog der Evangelischen Kirche von Westfalen. Aus diesem Grund sei sie auch dezentral angelegt. „Sie soll zu den Menschen in die Gemeinden und Schulen kommen. Drei Leertafeln können vor Ort gestaltet werden.“

Der erste Teil der 29 Tafeln umfassenden Ausstellung lädt zur Begegnung mit dem heutigen jüdischen Leben in den zehn Gemeinden in Westfalen-Lippe ein. Der zweite Teil geht der Schoa und ihren Ursachen nach. Der dritte Teil stellt den Prozess des Dialogs mit dem Judentum vornehmlich aus westfälischer Perspektive dar und der vierte Teil wendet sich den Konsequenzen für die Zukunft zu.

Ganz bewusst wählte man für die Ausstellungseröffnung den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht. „Mit Trauer und Scham denken wir an den 9. November 1938 zurück“, bekannte Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Umso wichtiger sei der christlich-jüdische Dialog, der nach Aussage von Buß „tiefer gehe als der Dialog mit anderen Religionen. Denn die Kirche ist bleibend mit Israel verbunden“.

Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, erinnerte in ihrer Begrüßungsansprache an ihre Eltern, „die vor 70 Jahren viel jünger waren als ich heute.“ Das elterliche Bettengeschäft an der Arminstraße in der Gelsenkirchener Innenstadt wurde in der Reichspogromnacht verwüstet. „‚Die Bettfedern flogen durch die ganze Straße‘ – mehr hat mein Vater nie über die Ereignisse gesagt.“ Neuwald-Tasbach unterstreicht: „Diese furchtbare Zeit dürfen wir nie vergessen, damit wir die gemeinsame Zukunft nicht verlieren.“

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Ausstellung, die noch bis zum 7. Dezember in der Synagoge zu sehen ist. Öffnungszeiten sind sonntags bis donnerstags von 12 bis 16 Uhr. Ausgeliehen werden kann die Ausstellung unter www.du-gehst-mich-an.de. DB

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