Bildungsförderung und Baustellen

Die Tansania-Delegation des Kirchenkreises berichtete von ihrem Besuch im Partner-Kirchenkreis Morogoro

Die Delegation des Partnerschaftskreises bestand aus (v. l.) Pfarrer Martin Domke, Superintendent Heiner Montanus, Pfarrer Klaus Venjakob, Andreas Schmidt, Sabine Schmidt, Irene Venjakob und Hans-Christian Wichlacz. Nicht auf dem Bild: Lothar Ständeke. FOTOS: MAXIMILIAN WIESCHER

Grace Matandika (18) hat zurzeit Schulferien und besucht Deutschland.

GELSENKIRCHEN – Morogoro liegt im östlichen Tansania, etwa neuneinhalb Flugstunden von Deutschland entfernt. Es gibt nur eine asphaltierte Straße, sonst nur Schotterpisten. Die Mjimpa-Kirche ist der zentrale Treffpunkt der evangelischen Gemeinde – und eine Dauerbaustelle. Eine Partnerschaft verbindet seit 1983 diesen Kirchendistrikt mit dem Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. Vom 10. bis zum 20. Februar besuchte eine Delegation aus dem Kirchenkreis ihre afrikanischen Partner. Am letzten Mittwoch berichtete sie im Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde von ihrer Reise.
„Vor etwa 40 Jahren wurden viele Kirchenpartnerschaften gegründet.“, erklärte Pfarrer Klaus Venjakob, der Vorsitzende des Partnerschaftskreises, zu Beginn. „Solche Partnerschaften bieten nicht nur ein geistliches Miteinander, sondern sollen ein Vorbild dafür abgeben, dass es überall auf der Welt fairer und friedvoller zugehen sollte.“ Dann stellte er seinen Ehrengast Grace Matandika vor. Die 18-Jährige hat ihre Zeit an der Secondary School beendet und wartet auf die Bestätigung, dass sie ab Juli die Highschool (vergleichbar mit der Oberstufe) besuchen kann. Ihr Vater Yordan Matandika lebte von 2002 bis 2009 als Austauschpfarrer in Deutschland, davon viele Jahre in Gelsenkirchen-Scholven. Anschließend präsentierte Dr. Andreas Schmidt Fotos und Berichte von dem Besuch in Tansania. Der Flugplatz in Morogoro hat nur eine Graspiste und einen Mitarbeiter, dessen Arbeit hauptsächlich darin besteht, Kühe von der „Landebahn“ zu vertreiben, wenn ein Flugzeug kommt. Die Unterkünfte haben offene Fenster ohne Glasscheiben – was bei Temperaturen von bis zu 37 Grad tagsüber und 23 Grad nachts für einen willkommenen Luftzug sorgte.

Die Reisegruppe lernte bei ihrem Besuch neun Kirchengemeinden kennen. Jeden Sonntag finden überall zwei Gottesdienste statt, um 7 Uhr und um 10 Uhr. Voll sind die Kirchen nur im ersten Gottesdienst: Zum einen ist es dann noch nicht so heiß, zum anderen arbeiten viele Gemeindemitglieder auch sonntags. Einen Unterschied zu Deutschland bemerkte Superintendent Heiner Montanus sofort: „Die Tansanier telefonieren ohne Ende. Ich habe sogar mal erlebt, dass ein Pfarrer bei einem Gottesdienst während der Antwortgesänge zwei Handys herausholte und seine Messages checkte.“ Eine Wanderung durch die Uluguru-Berge führte die Gruppe zu einem etwa 100 Jahre alten, halb zerfallenen Missionars-Erholungsheim, das an die Vergangenheit Tansanias als deutsche Kolonie erinnert. Ein Höhepunkt der Reise waren die Begegnungen mit Zebras, Antilopen, Giraffen, Löwen und Krokodilen auf einer Fahrt durch den Mikumi-Nationalpark – wofür die Gruppe extra um vier Uhr aufgestanden war.

Ein Teil der Kirchenpartnerschaft ist die Bewältigung von gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Darin sieht Martin Domke vom Eine-Welt-Zentrum Herne sowohl Fortschritte als auch Baustellen: „Die Stadt wächst so schnell, die Infrastruktur kommt kaum mit. Die Eisenbahnlinie Darussalam – Morogoro als neue Lebensader der Region ist im Bau, darauf haben die Leute wirklich gewartet.“ Vor allem in Zeiten von ausbleibender Regenzeit, Dürre und Klimawandel sei die Wasserversorgung eine große Herausforderung: „Fast alle Häuser haben Zisternen, aber zum Trinken und Zähneputzen muss man Wasser in Flaschen kaufen – von der Marke Kilimanjaro, die zur Coca-Cola Company gehört. Das kann sich die normale Bevölkerung nicht leisten.“ Einen Erfolg kann die Kreiskirchliche Partnerschaft bei der Bildungsarbeit vorweisen: Dank des Engagements der Kress-Stiftung der Eheleute Kress aus Buer konnte für elf Schüler von zwei Secondary Schools – allesamt Waisen – das Schulgeld bezahlt werden, sodass diese die Highschool besuchen können. Am Ende des Abends warb Heiner Montanus für den Partnerschaftskreis: „Es ist eine super Gruppe. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht wie auf dieser Reise.“ Im nächsten Jahr steht ein besonderer Anlass an: das 35. Jubiläum der Partnerschaft. MW

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