Bergfest beim C-Kurs

Kreiskantorate im Ruhrgebiet bilden Nachwuchs aus

Multitasking für Männer: Hier leitet Kreiskantor Andreas Fröhling einen 350-köpfigen Kinderchor beim Singen eines Liedes, das er selbst komponiert hat. Die Begleitung am Keyboard gehört dazu. FOTO: CORNELIA FISCHER

RUHRGEBIET – Es ist fast Halbzeit im C-Kurs für Kirchenmusik. Im Oktober 2008 hat er begonnen, jetzt stehen die ersten Prüfungen an und im Oktober 2010 machen 18 Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker ihren Abschluss. Sechs davon sind aus dem Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid.

So gut diese Nachricht ist – der Bedarf nach Kirchenmusik wird auch nach Abschluss der Ausbildung kaum gedeckt sein. „In drei Kirchengemeinden sind derzeit Stellen frei“, weiß Andreas Fröhling, Kreiskantor in Gelsenkirchen und Wattenscheid. „Dazu gibt es viele Anfragen nach Vertretungen.“ Doch die so genannten „C-Musiker“ teilen sich oft in zwei Lager: Die einen wissen schon, wo sie tätig werden (in der eigenen Gemeinde), die anderen können oder wollen sich nicht zu einem regelmäßigen Dienst verpflichten, weil noch gar nicht fest steht, wo sie leben und arbeiten werden. C-Kirchenmusik ist eben eine Nebentätigkeit. Sie bringt ein wenig Geld ein, doch den Lebensunterhalt kann davon niemand bestreiten.

Orgelspiel und Chorleitung umfasst die zweijährige Ausbildung. Dazu kommen Tonsatz und Gehörbildung sowie theoretische Fächer wie Gottesdienst- und Gesangbuchkunde, Musikgeschichte und Orgelbau. Alles zusammen entspricht in etwa zwei Semestern eines Kirchenmusikstudiums. Wöchentlicher Einzel- und Gruppenunterricht, Themenseminare und Chorwochenenden – es ist ein hoher Aufwand für die Teilnehmer, aber auch für die Verantwortlichen, also die Kreiskantoren. Im Ruhrgebiet gibt es dafür den größten Verbund innerhalb der westfälischen Landeskirche. Die fünf Kirchenkreise Gelsenkirchen und Wattenscheid, Bochum, Herne, Recklinghausen und Gladbeck-Bottrop-Dorsten haben sich 2008 zusammengetan, um nach einer mehrjährigen C-Ausbildungspause für Nachwuchs zu sorgen. „Die Zusammenarbeit verläuft völlig unproblematisch und sehr erfreulich“, bilanziert Fröhling nach dem ersten Jahr. Aus dem eigenen Kirchenkreis ist außer ihm selbst Kantor Jens-Martin Ludwig (GE-Mitte und -Rotthausen) am Unterrichtsgeschehen beteiligt.

Der C-Kurs ist eine landeskirchliche Ausbildung. Dorthin zahlen die Teilnehmer ihre Gebühren (80 bzw. 65 Euro/Monat) und von dort bekommen wiederum die Unterrichtenden ihre Honorare. Gleichzeitig sind für die Durchführung des Kurses die Kreiskantorate zuständig. „Das erfordert oft ein hohes Maß an Organisationsaufwand“, hat Fröhling erfahren. Dennoch wertet er die neue Kooperation im Ruhrgebiet als Erfolgsmodell. Wenn die Landeskirche es genehmigt und es genügend Nachfrage gibt, soll voraussichtlich im Herbst 2011 ein neuer C-Kurs Ruhrgebiet beginnen.

Neben der Organisation und der Lehrtätigkeit im C-Kurs ist Andreas Fröhling derzeit viel „in Sachen Kulturhauptstadt 2010“ unterwegs. An nicht weniger als sechs Projekten ist er beteiligt: Bach-Kantatenzyklus „Momente der Ewigkeit“, Babel, Orgellandschaft.Ruhr, !Sing - Day of Song, Local-Hero-Woche und Oratorien-Höhepunkte (mehr dazu http://www.ekir.de/evangelisch2010, dort auf „Musik“ klicken). Einerseits hat er Projekte mit entwickelt, andererseits ist er für Teile der Organisation zuständig – und nicht zuletzt wird er als ausübender Künstler mitwirken. „Es ist manchmal gar nicht so leicht, diese drei Funktionen unter einen Hut zu bringen“, sagt er, „zumal die meisten Projekte die Grenzen von Städten und Landeskirchen überschreiten. Da muss sich vieles erst einmal zusammenfinden.“

Gleichzeitig gibt es viel Beratungsbedarf in den 20 Kirchengemeinden seines „eigenen“ Kirchenkreises. Fröhling berät in Sachen Kirchenmusik, wenn Gemeinden auf eine Vereinigung zugehen, wenn sie eine Stelle zu besetzen haben oder eine Stellenbeschreibung ändern wollen. Derzeit laufen zwei Vereinigungsprozesse (in den Kooperationsräumen Nordost und Südost), an denen insgesamt acht Gemeinden beteiligt sind.

Zur Arbeit des Kreiskantorats gehört auch die Reihe „Emporenkonzert15“, die Fröhling vor fünf Jahren installiert hat. Am 15. Tag jedes Monats findet ein solches Konzert auf der Orgelempore der Nicolai-Kirche in GE-Ückendorf statt. Diese Form des Konzertes, bei dem die Besucher dem Organisten auf die Finger und Füße schauen können und Interessantes über die Hintergründe der gespielten Werke erfahren, hat sich in Gelsenkirchen etabliert. In diesem Jahr kamen im Durchschnitt rund 80 Besucherinnen und Besucher zu jedem Konzert. KB

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