Bekanntes, Neues und Überraschendes

Orgelfestival Ruhr: Anastasia Kovbyk brilliert in der Altstadtkirche auf „Alleskönner“-Orgel

Die Mitorganisatorinnen des Orgelfestival Ruhr, Kreiskantor Andreas Fröhling und Kantor Jens-Martin Ludwig, geben mit Organistin Anastasia Kovbyk eine Einführung in das Programm. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Die Mitorganisatorinnen des Orgelfestival Ruhr, Kreiskantor Andreas Fröhling und Kantor Jens-Martin Ludwig, geben mit Organistin Anastasia Kovbyk eine Einführung in das Programm. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Anastasia Kovbyk erzeugte abwechslungsreiche Klangbilder an der Orgel der Evangelischen Altstadtkirche.

Anastasia Kovbyk erzeugte abwechslungsreiche Klangbilder an der Orgel der Evangelischen Altstadtkirche.

GELSENKIRCHEN – „Das Tolle am Orgelfestival Ruhr ist, dass Heim- und Gastorganisten sich nahezu paritätisch abwechseln“, bemerkte Kantor Jens-Martin Ludwig, als er am Abend des 29. Juli mehr als 70 Gäste zum Orgelkonzert in der Altstadtkirche begrüßte. In der Tat war der Solist des letzten Konzerts in der Altstadtkirche, Kreiskantor Andreas Fröhling, dieses Mal der Gastgeber der russischen Organistin Anastasia Kovbyk. Auf Ludwigs Frage, was sie an der Orgel der Altstadtkirche schätzt, antwortete sie: „An dieser Orgel kann man so ziemlich alles spielen. Barock, Romantik, Moderne. Und alles klingt hier gut. Das gibt es längst nicht überall.“

Diese Vielseitigkeit nutzte die junge Solistin in ihrem Programm: Während ein Präludium und eine Fuge von Johann Sebastian Bach den vollen Glanz der Orgel zur Geltung brachte, erinnerte das Werk „Hell und Dunkel“ von Sofia Gubaidulina mehr an eine Klangmalerei. Schräge Akkorde und hektische Melodie-„Floskeln“ erzeugten abwechslungsreiche Klangbilder. Das Werk gipfelte in einer undurchdringbaren Klangwolke, bei der Kovbyk ihren Unterarm quer auf die Klaviatur legte. Diese Komposition der 1931 geborenen Gubaidulina, einer Schülerin von Dmitri Schostakowitsch, gilt mittlerweile als ein „Klassiker der Moderne“. Kovbyk sagte dazu: „Man entdeckt immer wieder Bekanntes, aber auch Neues und Überraschendes.“

Weiter ging es im Programm mit dem noch lebenden Komponisten Thierry Escaich aus Paris. In seiner Komposition mit dem Titel „Eaux natales“ („Quellen“) wechselten sich wellenförmige Klänge, ein kaum hörbares Rauschen im Bass und leicht plätschernde Melodien in hoher Lage ab.  Das Werk nutzte ausgiebig die „Schweberegister“ der Orgel: Register mit zwei Pfeifen pro Ton, die absichtlich minimal gegeneinander verstimmt sind, was einen schwebenden, sphärischen Klang erzeugt. Auch Maurice Duruflé (1902 – 1986), ein Komponist der französischen Moderne, gehörte zum Programm. Seine Suite op. 5 begann mit einem Prélude, das sich von Einzeltönen bis zu einem gewaltigen Akkordgebäude steigerte und anschließend im Nichts endete. Der Kontrast zu der anschließenden Sicilienne mit ihren geradezu liedhaften, leicht fließenden Melodien war groß. Am Ende wartete die Toccata mit spektakulären Läufen und Akkorden auf.

Die Zugabe versetzte das Publikum ein Jahrhundert zurück: Ein ruhiger Sonatensatz von Mendelssohn Bartholdy beschloss das Konzertprogramm und bewies eindrücklich die Vielseitigkeit der Organistin und des Instruments. Danach folgten die meisten Zuhörer Andreas Fröhlings Einladung, sich im Eingangsbereich der Kirche bei Sekt und Orangensaft über das Konzert auszutauschen. Anastasia Kovbyk wurde 1990 in Uljanowsk (Russland) geboren und studierte Klavier und Orgel in Nischni Nowgorod und Detmold. Sie ist Preisträgerin mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe und tritt regelmäßig an verschiedenen Orten Mitteleuropas und Russlands auf – sowohl als Solistin als auch zusammen mit Orchester oder Kammermusikgruppen.

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