„Der Herbst mit all seinen bunten Farben hat mich beim Fahrradfahren dazu inspiriert, diesmal die vielen verschiedenen Farben der Orgel erstrahlen zu lassen.“ Andreas Fröhling hatte die dazu passende Orgelmusik im Gepäck.
Zielstrebig stiegen die zahlreichen Besucherinnen und Besucher die Treppe zur Empore hinauf, so mancher suchte sogleich „seinen“ Stammplatz auf, hier und da gab es fröhliche Begrüßung. Die Emporenkonzerte haben ein festes Publikum, immer wieder zieht es aber auch neugierige neue Musikliebhaber am 15. eines jeden Monats in die Nicolai-Kirche.
Diesmal also Orgelmusik in Reinform. An den Anfang setzte Fröhling die Fantasie in G-Dur von Johann Sebastian Bach: „Kräftig, festlich, mit vielen Läufen. Der Mittelteil wird häufig bei Hochzeiten gespielt.“ Durch Fröhlings Erläuterungen konnten die Zuhörenden die Musik noch einmal anders wahrnehmen. Und da alle eng um Orgel und Organisten herumsaßen, konnte das Spielen der Orgel gut verfolgt werden.
Auf Bach folgte die „Toccata per L’Elevatione“ des italienischen Komponisten und Organisten Girolamo Frescobaldi. „Die Toccata ist wie eine Erzählung, überhaupt nicht laut oder kräftig, eher ruhig erzählend.“
Fröhlings Freude an der Musik und den vielfältigen Klängen der historischen Sauer-Orgel der Nicolai-Kirche übertrug sich aufs Publikum. „Die Orgel ist einfach wunderbar“, freute sich eine Konzertbesucherin. „Dank Andreas Fröhling klingt sie so fantastisch“, fügte ihre Sitznachbarin begeistert hinzu.
Orgelmusik zum Anfassen, so der Ursprung der Konzertreihe und genau so war es auch bei der 182. Ausgabe an diesem 15. September.
„Was Gott tut, das ist wohlgetan“ – gleich vier verschiedene Varianten dieses Werks ließ Fröhling erklingen. An den Anfang stellte er Max Regers Choralvorspiel, gefolgt von der Orgelpartita von Johann Pachelbel. Dazu ließ er Verse aus dem Liedtext erklingen, immer im Wechsel mit kurzem Orgelspiel. Sehr eindringlich und beeindruckend. Das Publikum war begeistert.
Strahlend, fröhlich, verspielt, so lässt sich die Toccata in F-Dur von Charles Widor umschreiben. Beinah tänzerische Klänge von Jahrmarktsmusik, passend zur Jahreszeit, in der vielerorts Jahrmärkte und Kirmesfeste zu buntem Treiben einladen. Organist Fröhling ließ dieses Werk als Abschluss erklingen, die verschiedenen Farben der Orgel noch einmal erstrahlen.
Die Zuhörenden bedankten sich mit langem, begeistertem Applaus für diese wunderbare Herbstmusik.
Text und Foto: Frauke Haardt-Radzik

