Auf das Wohlergehen der Menschen schauen

Die Bauarbeiten am Stadtteilzentrum Hassel haben begonnen

Packen wir’s an! Im Miteinander der Generationen wurde die Kapsel zur Mauer gebracht.

Packen wir’s an! Im Miteinander der Generationen wurde die Kapsel zur Mauer gebracht.

Wenn das mal gut geht! Eine junge Dame hatte zwischenzeitlich Bedenken. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Wenn das mal gut geht! Eine junge Dame hatte zwischenzeitlich Bedenken. FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Als eine „tolle Öffnung der Kirche in den Stadtteil und des Stadtteils in die Kirche“ hat Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, das Projekt Stadtteilzentrum Hassel bezeichnet. Groschek sprach beim symbolischen Spatenstich zum Beginn der Umbauarbeiten.

Diese Öffnung der Kirche in den Stadtteil war zuvor gefeiert worden mit einem interreligiösen Gottesdienst in der Lukaskirche. Darin wurde eine Kapsel nach und nach gefüllt mit Symbolen für die guten Wünsche der Bürgerinnen und Bürger Hassels im Blick auf das gemeinsame Zentrum: Wasser und Brot für das Leben, Blumensamen, ein Herz, Fotos von Bildern, die Kinder gemalt hatten, eine Kerze in Form eines Kohlestücks – und sogar ein Taschentuch als Symbol für den Trost, den jeder Mensch ab und an benötigt.

Den symbolischen Spatenstich machten anschließend zwei Kinder, eine Jugendliche, ein junger Erwachsener und eine Seniorin, in dem sie die Kapsel in eine Wand des Gemeindezentrums neben der Kirche einmauerten.

„Sie sehen es alle und wissen es längst. Hier und heute brauchen wir keinen Spaten“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski dazu in seinem Grußwort. „Wir müssen nicht tief in die Erde stechen, um ein Fundament zu graben. Nein, das Fundament ist schon da – hier rings um die Lukaskirche in Hassel. Das bauliche Fundament, aber auch – und das ist mindestens so erfreulich – das soziale, das menschliche Fundament.“

Die Kirchengemeinde stellt die Grundstücke

Wolfgang Rossmann, Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde und des Kuratoriums der Bürgerstiftung, wies auf die Ursprünge dafür hin. „Was brauchen die Menschen im Stadtteil für ein menschenwürdiges Leben und welche Verantwortung trägt dabei die Lukas-Gemeinde?“ Das sei seit dem Bau des evangelischen Gemeindezentrums 1961 von Beginn an die Leitfrage gewesen und bis heute geblieben. „Wir teilen die Verantwortung nun mit anderen in Hassel, so dass aus der ‚Kirche für andere’ eine ‚Kirche mit anderen’ wird.“

Das Stadtteilzentrum Hassel ist das Modell einer neuartigen Partnerschaft von Stadt und Bundesland, Wirtschaftsunternehmen, Banken und Religionsgemeinschaften auf der Basis bürgerschaftlichen Engagements. Träger ist die Bürgerstiftung „Leben in Hassel“.

Die Bauarbeiten zum Umbau des Gemeindezentrums der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde in das Stadtteilzentrum Hassel werden in zwei Bauabschnitten bei laufendem Betrieb (u.a. des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses) erfolgen. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 4,5 Millionen Euro und wird durch die Städtebauförderung von Bund, Land NRW und Stadt Gelsenkirchen bezuschusst. Für den Integrationsbetrieb Restauration haben der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und die Aktion Mensch Förderungen zugesagt. Neben den baulichen und finanziellen Eigenleistungen der Bürgerstiftung leistet die Lukas-Gemeinde mit der Bereitstellung der Grundstücke und Gebäude einen geldwerten Beitrag.

Nach einer zweieinhalbjährigen Bauzeit wird das Stadtteilzentrum Hassel Ende 2015 fertig gestellt sein. Die Lukas-Kirche wird der Gemeinde weiterhin als Kirchraum zur Verfügung stehen. Sie soll in Zukunft auch verstärkt als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Sieben Jahre langen Atem geübt

Stadtdirektor Michael von der Mühlen, dessen Referat Stadtplanung die Entwicklung des Zentrum von Anfang an begleitet hat, erinnerte an das Bemerkenswerteste dieses Prozesses. „Wir mussten immer wieder einkalkulieren, dass es vielleicht an einem Punkt nicht weiter geht, dass wir scheitern würden. Und trotzdem ging es immer weiter. Alle Schwierigkeiten konnten wir überwinden.“

Superintendent Rüdiger Höcker lobte das Projekt auch für die Entwicklung neuer kirchlicher Perspektiven. „Es wird im 21. Jahrhundert immer wichtiger werden, dass wir als Evangelische Kirche bereit sind, im Rahmen unserer Möglichkeiten mit vielen anderen zusammen an einer Stadtkultur zu arbeiten, die auf die Bevölkerung schaut, auf die Menschen, die hier leben, auf ihr Wohlergehen, ihre Bedarfe.“ Die Vielfalt derjenigen, die sich an dem Projekt beteiligen, sei ein Segen, weil sie kreativ mache.

Der Initiator und Motor des Projektes, Dr. Rolf Heinrich, der als langjähriger Pfarrer der Lukas-Gemeinde inzwischen im Ruhestand ist, sich aber weiterhin in der Bürgerstiftung „Leben in Hassel“ engagiert, beschränkte sich an diesem Freudentag auf die Moderation der Grußworte. „Wir haben etwas zu feiern“, sagte er zur Begrüßung. „Nach sieben Jahren Vorbereitungszeit und Projektentwicklung, nach sieben Jahren, in denen wir langen Atem üben mussten, ist es nun endlich soweit.“

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