Eine melancholische Melodie, von Zweelinck sehr variationsreich in einem wunderbaren Spannungsbogen entwickelt. Der niederländische Komponist und Musiker war als Orpheus von Amsterdam in der Zeit des Übergangs von der Renaissance zum Barock auch international recht bekannt.
Den Gegensatz von Trauer auf der einen, Hoffnung und Licht auf der anderen Seite arbeitete Kirchenmusikdirektor Fröhling mit der Abfolge der weiteren Werke in diesem Konzert heraus. Versöhnlicher erklang dann „Der Sohn, das Wort und das Licht“ aus Olivier Messiaens „Meditations sur le mystère de la Saint Trinité“. Helle Akkorde, die einen Weg aus Düsternis und Trauer aufzeigen.
Die zahlreichen Besucher des Abends konnten dem Musiker bei seinem Orgelspiel per Videoübertragung auf eine zentral aufgestellte Leinwand dabei auf Hände und Füße schauen.
Das folgende Stück „Dritter Teil der Clavierübung“ von Johann Sebastian Bach begann im kammermusikalisch geprägten Duktus, gefolgt vom hell und festlich strahlenden „Kyrie, Gott Heiliger Geist“.
„Die Dramatik dieses Bachwerks leitet direkt zu Franz Liszt über“. Auch bei diesem Orgelkonzert gab Andreas Fröhling den Zuhörenden einige interessante Erläuterungen. „20 Minuten dauert das Werk, Variationen über „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“. Liszt hat dafür nur vier verschiedene Takte eingesetzt.“
Teils leise, verhalten, düster zu Beginn, dann voll großer Dramatik, geht das Werk schließlich in einen festlich-fröhlichen Ausblick über. Und so endet das Konzert mit einem hoffnungsvollen Schluss: Am Ende das Licht!
Mit langem Applaus und standing ovations bedankte sich das Konzertpublikum in der Altstadtkirche für dieses großartige Konzert, und Andreas Fröhling wiederum bedankte sich mit einer Zugabe, erneut von Franz Liszt, der Bearbeitung des Agnus Dei aus dem Requiem von Verdi.
Doch dann war noch lang nicht Schluss, denn wer mochte, bekam noch jede Menge Informationen zur Registrierung der Stücke und zu Besonderheiten der Orgel in der Altstadtkirche. 15 Interessierte folgten dieser Einladung und begaben sich mit dem Organisten hinein ins Innere der Orgel.
Am 2. August geht’s weiter, dann spielt die russische Organistin Sofia Korsakova unter dem Motto „Hell und Dunkel“ ebenfalls in der Altstadtkirche beim 2. Gelsenkirchener Konzert im Rahmen des diesjährigen Orgelfestival Ruhr.
Text: Frauke Haardt-Radzik
Fotos: Cornelia Fischer



