Alle drei wollen den Frieden

Diskussion über die friedliche Koexistenz der Religionen

Sonja Güntner, Frank Crüsemann und Hamideh Mohagheghi (von links) fanden auch kritische Töne im Blick auf die jeweils eigene Glaubensgemeinschaft. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Unterschiedliche Religionen und Kulturen müssen nicht in Konkurrenz zueinander stehen oder sich gegenseitig bedrohen. Sie können als Vielfalt begrüßt und als gegenseitige Bereicherung gelebt werden. Das hat Mitglieder der Trinitatis-Gemeinde Buer in ihrer Partnergemeinde in Toronto/Kanada beeindruckt. Sie riefen daraufhin die „Friedenswerkstatt“ ins Leben, die sich seit zwei Jahren um das interreligiöse Gespräch in Gelsenkirchen verdient macht. Ihre Veranstaltungen sind „auf gegenseitiges Lernen angelegt“, wie Pfarrerin Katrin Göckenjan beim Auftakt der jüngsten Podiumsdiskussion sagte.

„Juden, Christen, Muslime – unser gemeinsamer Weg zum Frieden“ war das Thema des Abends. Den Fragen der Friedenswerkstatt und den Diskussionsbeiträgen aus dem Publikum stellten sich zwei Theologinnen und ein Theologe. Sonja Güntner ist Vorstandsvorsitzende der Liberalen Synagoge und Gesellschafterin der Internationalen Friedensschule in Köln. Prof. Dr. Frank Crüsemann hat bis 2004 an der Kirchlichen Hochschule in Bielefeld-Bethel Altes Testament gelehrt und engagiert sich seit langem im Jüdisch-Christlichen Dialog. Hamideh Mohagheghi lehrt an der Universität Paderborn Islamische Religion und ist aktives Mitglied mehrerer Organisationen von Christen und Muslimen.

Alle drei Religionen wollen den Frieden. Darin waren sich die Jüdin, der Christ und die Muslima einig. Sie benannten aber auch Tendenzen der jeweils eigenen Glaubensgemeinschaft, die das friedliche Zusammenleben gefährden. Hamideh Mohagheghi machte am Beispiel von Sure 5, Vers 48 deutlich, dass die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen nach islamischer Überzeugung zu Gottes Plan gehöre und von ihm gewollt sei. Zugleich gäbe es im Koran auch kriegerische Texte. „Wir müssen die Friedenpotenziale suchen und mit ihnen arbeiten“, sagte sie. Sonja Güntner legte Wert darauf, das Judentum als Religion von der staatlichen Organisation Israels zu unterscheiden. In Deutschland würden jüdische Kreise zu häufig das Trennende betonen statt das Gemeinsame zu suchen. „Der Schlüssel für eine friedliche Koexistenz liegt in der Praxis“, sagte sie und nannte als Negativ-Beispiel die Aktionen des Vereins „pro Köln“ gegen den Bau der Moschee. Ebenso machte Frank Crüsemann deutlich, dass das Christentum prinzipiell auf Frieden ausgerichtet sei. Doch in der Vergangenheit habe es sich nationalistisch, rassistisch oder kolonialistisch gebärdet. „Frieden muss eingeübt werden im Handeln nach innen und nach außen“, sagte er. KB

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