103 Thesen für eine bessere Zukunft

Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen erhält Sonderpreis für das Projekt „schools500reformation“

Lehrerin Tina Jelveh und ihre Schülerinnen präsentieren im gesamten Schulgebäude ihre neuen Thesen für eine bessere Zukunft. FOTO: EGG/T. Jelveh

GELSENKIRCHEN – Eine Auszeichnung der besonderen Art erhält die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck (EGG): Sie bekommt vom Projektteam „schools500reformation“ einen Sonderpreis für die höchste Schülerbeteiligung an einer teilnehmenden Schule verliehen. „Schools500reformation“ ist ein internationales Projekt zur weltweiten Vernetzung evangelischer Schulen zum 500-jährigen Reformationsjubiläum im Jahr 2017.

Mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag


An der EGG waren alle Schülerinnen und Schüler einer 6. Jahrgangsstufe an der ausgeschriebenen Aktion „Protest für die Zukunft“ beteiligt: In ihrem Jahrgangsstufengottesdienst im Mai 2015 haben sie 103 Thesen für eine bessere Zukunft formuliert und anschließend für mehrere Wochen im Schulgebäude ausgehängt. Ihr Vorbild: Reformator Martin Luther und sein Wittenberger Thesenanschlag am 31. Oktober 1517. „Unsere Schüler sollten mit offenen Augen und Ohren durch ihren Alltag gehen. Unser Aufruf lautete: Schaut euch eure Schule, Kirche und die ganze Welt an! Seid mutig und formuliert eure eigenen Thesen für eine gute Zukunft!“, erklärt Tina Jelveh, Lehrerin und Projektkoordinatorin an der EGG.

Eigenen Thesen für eine gute Zukunft

Und heraus kamen 103 sehr verschiedene und facettenreiche Thesen: „Ich protestiere dagegen, dass andere Leute wegen ihrer Religion verfolgt werden, dass der Staat nicht eingreift und Flüchtlinge an der Küste ertrinken lässt.“ – „ Ich protestiere für mehr Tierschutz.“ – „Ich protestiere dagegen, dass Lehrer so viele Hausaufgaben aufgeben.“ – „Ich protestiere dagegen, dass viele Kinder, vor allem Mädchen, nicht zur Schule gehen können. In einer guten Welt sollen keine Tiere gequält und getötet werden. In unserer Gemeinschaft sollen keine Menschen ausgegrenzt werden, weil sie eine andere Religion haben.“ – „In einer guten Schule sollte es keine Gewalt geben.“ – „Ich protestiere dagegen, dass es in der heutigen Welt sehr viel Ungerechtigkeit gibt. Viele Menschen haben sehr viel Geld und viel Essen, doch andere dagegen haben gar kein Geld und kein Essen; das ist ungerecht!“ – „Eine gute Welt ist, wenn niemand auf der Welt hungern oder an schlimmen Krankheiten sterben muss.

Der mit 500 Euro dotierte Preis wird am 15. Dezember im Rahmen eines dreitägigen Symposions in Soesterberg (Niederlande) verliehen und von Tina Jelveh entgegengenommen. Was anschließend mit dem Preisgeld geschieht, dürfen die heutigen Achtklässler dann selbst entscheiden. Sie können es für einen wohltätigen Zweck spenden, aber auch zum Beispiel für ein Anti-Gewalt- oder Anti-Mobbing-Training an der Schule einsetzen.

Weitere Infos zum internationalen Projekt zur weltweiten Vernetzung evangelischer Schulen unter: www.schools500reformation.net/de/

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