Dieses Beispiel steht stellvertretend für die komplexen Beratungsanliegen, die YUNA 2025 begleitete. Insgesamt suchten 82 Frauen und Mädchen Unterstützung, darunter 21 Minder-jährige. Viele kamen mit medizinischen, psychosozialen und asylrechtlichen Fragen, die sich gegenseitig beeinflussten. „Wir sehen täglich, wie wichtig es ist, dass Betroffene eine Stelle finden, die ihre Situation ganzheitlich versteht“, sagt eine Beraterin.
Ein Schwerpunkt lag auf medizinischen Attestierungen, die häufig im Rahmen von Asylverfahren benötigt werden. YUNA organisierte Termine mit geschulten Gynäkologinnen, sorgte für Sprachmittlung und begleitete die Klientinnen zu Untersuchungen. Gleichzeitig wurden gesundheitliche Einschränkungen, Schmerzen, Menstruationsprobleme oder Folgen früherer Eingriffe thematisiert.
Zunehmend rückten auch psychische Belastungen in den Fokus. Viele Frauen berichteten von Angstzuständen, Schlafproblemen oder traumatischen Erinnerungen. „Wir brauchen dringend mehr psychologische Angebote für Betroffene“, betont eine Mitarbeiterin. „Die Belastungen sind oft enorm und werden im Alltag kaum gesehen.“ Sexualpädagogische Fragen, Schwangerschaft und Kinderwunsch spielten ebenfalls eine größere Rolle, da körperliche Einschränkungen durch FGM/C häufig Unsicherheiten auslösen.
Mit dem neu gestarteten YUNA-Café wurde 2025 ein zusätzlicher Raum geschaffen, in dem Betroffene sich austauschen, stärken und kreative Angebote nutzen können. Parallel dazu intensivierte YUNA seine Netzwerkarbeit, stellte die Fachstelle in verschiedenen Einrichtungen vor und stärkte die regionale Versorgung. Für 2026 plant YUNA eine eigene gynäkologische Sprechstunde, um Untersuchungen in einer geschützten Atmosphäre zu ermöglichen und die Versorgung weiter zu verbessern. Seit November 2023 gibt es in Herford in der Trägerinnenschaft der Evangelischen Frau-enhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) YUNA Westfalen-Lippe. Die Fachstelle ist Teil des NRW-weiten Projekts YUNA NRW zur Prävention von weiblicher Genitalbeschneidung und wird vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW gefördert.
Weitere Informationen unter www.yuna-westfalen-lippe.de
Pressebericht der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen
Bild: EFHiW
BU: Gemeinsam gegen Gewalt: Mit YUNA Westfalen-Lippe setzt sich die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein.
