Unter freiem Himmel

Die erste Konfirmation des Jahres 2020 fand in Wattenscheid-Höntrop statt

Maskenpflicht auch beim feierlichen Einzug mit Pfarrerin Becker-Fidrich in die Gemeinde im Freien.

Maskenpflicht auch beim feierlichen Einzug mit Pfarrerin Becker-Fidrich in die Gemeinde im Freien.

Der Open-Air-Altar war feierlich geschmückt, wegen Corona gab es zum Abendmahl nur Einzelkelche, die sich jeder selbst abholte.

Der Open-Air-Altar war feierlich geschmückt, wegen Corona gab es zum Abendmahl nur Einzelkelche, die sich jeder selbst abholte.

Fünf Mädchen und ein Junge: Diese Gruppe feierte als erste in diesem Jahr ihre Konfirmation. FOTOS: FRAUKE HAARDT-RADZIK

Fünf Mädchen und ein Junge: Diese Gruppe feierte als erste in diesem Jahr ihre Konfirmation. FOTOS: FRAUKE HAARDT-RADZIK

WATTENSCHEID – Der feierliche Einzug war diesmal ein Auszug: Die ersten Konfirmanden des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid in diesem Jahr versammelten sich mit Pfarrerin Cornelia Becker-Fidrich in der Versöhnungskirche in Höntrop und zogen dann zusammen mit Presbyterinnen und Presbytern, begleitet von Life-Musik nach draußen auf den Kirchvorplatz.  

Dort war dann manches wie immer bei solch einer Feier: Hektische Stimmung bei den Familien, Aufregung bei den Konfirmandinnen und dem Konfirmanden und Anspannung bei der Pfarrerin, ob auch alles klappt wie geplant und geprobt. Doch das war es dann auch schon mit dem Gewohnten. Masken tragen beim Einzug bis zum Sitzplatz, kein Handauflegen bei der Einsegnung, das Abendmahl nur in kleinen separat stehenden Grüppchen, kein Händeschütteln. Und doch! Allen Corona-Beschränkungen zum Trotz gaben hier sechs junge Menschen ihr Ja-Wort zu Gott und der Gemeinde in einem feierlichen Gottesdienst. Eine Scola, ein kleiner Chor, stand mit gebührendem Abstand neben dem Freiluftaltar und sang. "Ich fand es schön, dass dieser Chor dabei war!" Konfirmandin Josephine konnte den lang herbeigesehnten Tag auch als Open Air Veranstaltung richtig genießen: "Drinnen hätten alle Masken tragen müssen, so war die Atmosphäre richtig schön!" Und wer Lust hatte, durfte, weil es ja ein Open-Air-Gottesdienst war, mitsingen, wenn auch mit Maske. Und das taten viele: „Danke, dass wir jetzt feiern können, danke für diesen Lebensschritt, danke, du willst uns Freude gönnen: Gott, geh du heut mit.“

„Die Tür steht offen“ war auf dem Flyer dieses besonderen Gottesdienstes zu lesen. „Es war eine lange Zeit seit März, in der wir erfahren haben, wie es ist, wenn viele Türen verschlossen bleiben. Ob Schultüren, oder die Türen von Gemeindehäusern und Kirchen, Cafés, Restaurants, Theater, Kino, Kneipe, ja sogar die Türen zu Angehörigen in Krankenhäusern oder Altenheimen. Die Türen unserer Kirche sind seit Mai wieder geöffnet, doch es ist so anders als gewohnt“, ging auch Becker-Fidrich in ihrer Predigt auf das Thema Türen ein. Und die Gemeinde, so die Pfarrerin weiter, hoffe natürlich, dass möglichst viele Menschen der unterschiedlichen Generationen die Türen des Gemeindehauses und der Kirche als einladend und gastfreundlich geöffnet erfahren. Denn um als Christ zu leben, gehöre die Gemeinschaft mit anderen ganz wichtig dazu. Und an die Konfirmanden gerichtet, schloss sie mit den Worten: „Lasst die geöffnete Tür, die euch auch zum Gottesdienst einlädt, nicht gänzlich hinter euch. Ich bin die Tür, spricht Jesus Christus. Wer durch mich hineingeht wird selig werden. Er wird ein- und ausgehen und zum Leben finden.“

Für die Jugendlichen ging eine außergewöhnlich lange Zeit zwischen bestandener Prüfung, dem Ende der Konfirmandenzeit und der jetzt endlich erfolgten Einsegnung zu Ende. Verschobene Familienfeiern, das bange Warten, ob es wohl überhaupt noch etwas werden wird in diesem Jahr, haben auch Konfirmand Nick beschäftigt: „Ich bin froh, dass es jetzt endlich stattgefunden hat. Und ich fand es gut, dass es draußen war, es war dadurch lockerer!“ Auch Nicks Mutter gefiel die entspannte Atmosphäre im Freien, trotz Windböen und leichtem Frösteln.

Fast hätte ein kräftiger Windstoß die Urkunden der Konfirmanden vom Altartisch fortgewirbelt, doch rasche Helfer fingen alle wieder unbeschadet ein. Was für eine Feier, sie wird wohl allen noch sehr lange in Erinnerung bleiben. „Lasst es ordentlich krachen“, wünschte Jugendmitarbeiter Marcel Reck den Konfirmanden noch eine anschließende fröhliche Feier. Und die gab es garantiert für alle, die so lange auf ihren besonderen Tag gewartet hatten.

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