"Sturm" - Weltklassekünstler in Wattenscheid

Stürmische Bilder und Musik aus Frankreich erfüllen die Friedenskirche

Eine besondere Aktion während des Abendgottesdienstes: Die Besucher betrachten ein ausgesuchtes Ölgemälde des Künstlers und Samuel Liégeon improvisiert dazu an der Orgel in der Friedenskirche.

Freude am Improvisieren und der Musik sind dem jungen Samuel Liégeon ins Gesicht geschrieben.

Zwischen Expressionismus und abstrakter Malerei zeigen die Ölgemälde des Franzosen Samuel Liégeon viel Bewegung, deuten Sturm, Wind oder auch eine sanfte Brise an.

„Sturm“ war angesagt beim Abendgottesdienst in der Wattenscheider Kirche. Der international tätige Organist und Maler Samuel Liégeon, 1984 in Besançon geboren, beeindruckte die Besucher in der Friedenskirche an diesem Wochenende gleich mehrfach. Am Samstagabend beim Konzert der Reihe Orgel//Punkt, wo er die historische Muhleisen - Orgel erklingen ließ und das Publikum dabei im Sturm eroberte.

Am Sonntagabend dann erlebten die Besucher im Rahmen des Abendgottesdienstes auch die andere Passion des 38-Jährigen. 12 großformatige Ölgemälde, irgendwo zwischen Expressionismus und abstrakter Malerei, mit intensiver Farbwirkung, alle um das Thema Sturm kreisend, hängen an den Wänden und ziehen den Betrachter in ihren Bann.

Pfarrerin Monika Vogt gestaltete auch den Gottesdienst rund um dieses Thema.  „Stürmische Zeiten, wie gehen wir mit diesen Erfahrungen um? Gelingt es uns, mit den Füßen auf festem Grund zu bleiben?“ In ihrer Ansprache ging sie auf das Schicksal Hiobs ein, der alles verlor: „Bei ihm muss es so gewesen sein wie in einem Sturm. Gott zeigte sich ihm als einer, der mit Hiob streitet.“

Anschließend lud die Gemeindepfarrerin die Besucher dazu ein, sich spontan ein Lieblingsbild in der Ausstellung auszusuchen und sich dorthin zu begeben. Und von der Orgelempore erschallte dazu eine Improvisation, gespielt von Samuel Liégeon. „Ich weiß noch nicht, was ich spielen werde“, erklärte der seit 2009 als Titularorganist an der Kirche Saint-Pierre de Chaillot (Kirche an den Champs Elysees) tätige Musiker vor Beginn des Gottesdienstes lächelnd. „Ich werde die Stimmungen auf mich wirken lassen, die Atmosphäre ist immer wieder anders. Ich hab einiges im Kopf, entscheide dann aber ganz spontan.“

Und das, was dann erklang, erzielte zusammen mit den Gemälden eine intensive Wirkung. Mal heftiger Sturm, dann wieder eher ein milder Windhauch. „Es ist eine sehr intensive Erfahrung“, formulierte eine Besucherin ihre Eindrücke beim gleichzeitigen Bildbetrachten und Zuhören.

Auch für Liégeon, der regelmäßig in Europa und den Vereinigten Staaten konzertiert, ist der Zusammenklang aus seinen Bildern und der Musik in einer Kirche etwas Neues. Die Ausstellung "Sturm“ mit den 12 beeindruckenden Ölgemälden von Samuel Liégeon ist noch bis in den November hinein in der Friedenskirche in Wattenscheid zu sehen. Und sie hat sich weit über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus herumgesprochen. Eine Gruppe Interessierter aus Süddeutschland hat sich schon angemeldet und wird sich bald per Reisebus auf den Weg nach Wattenscheid zur Bilderausstellung des Musikers aus Paris begeben. 

Text und Fotos: Frauke Haardt-Radzik

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