Morsezeichen und Funkfeuer

Die Königin der Instrumente wagte Ausflüge in futuristische Sphären

Pia Kleine-Bußmann eröffnete den Reigen der jungen Musikerinnen und Musiker, die bei „Orgel for future“ ganz ungewöhnliche Töne und Geräusche dem Kircheninstrument entlocken.

Pia Kleine-Bußmann eröffnete den Reigen der jungen Musikerinnen und Musiker, die bei „Orgel for future“ ganz ungewöhnliche Töne und Geräusche dem Kircheninstrument entlocken.

Unter der Leitung von Susanne Reimann, Andreas Fröhling und Dominik Susteck startete jetzt die außergewöhnliche Konzertreihe „Orgel for future“ in der Altstadtkirche. FOTOS: FRAUKE HAARDT-RADZIK

Unter der Leitung von Susanne Reimann, Andreas Fröhling und Dominik Susteck startete jetzt die außergewöhnliche Konzertreihe „Orgel for future“ in der Altstadtkirche. FOTOS: FRAUKE HAARDT-RADZIK

GELSENKIRCHEN – „Wie kann man den Kirchraum mit dieser Musik ganz neu erfahren? Das wollen wir mit „Orgel for future“ ausloten!“ Andreas Fröhling, Kreiskantor des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid, begrüßte in der Altstadtkirche an diesem sonnigen Nachmittag (19.8.) ein überraschend zahlreiches Publikum.

Orgelmusik zur Marktzeit, das klingt zunächst einmal noch nicht umwerfend innovativ. Doch die Art und Weise, wie die sechs jungen Musikerinnen und Musiker, allesamt noch am Anfang ihrer Laufbahn, teils als nebenberufliche Organisten unterwegs, in der folgenden Stunde die altehrwürdige Königin der Instrumente mit ungewöhnlichen Klängen zu Gehör brachten, war beeindruckend. Außergewöhnlich, teils irritierend, immer überraschend.

Die Idee zu diesem neuen Format hatten Kreiskantor Andreas Fröhling und der Komponist und Organist Dominik Susteck. Zur Auftaktveranstaltung war der Orgelzyklus „Zeichen“ von Dominik Susteck zu hören, als Auftragskomposition 2016 für das Bistum Essen komponiert: „Meine Aufgabe ist es, Ihnen diese Musik schmackhaft zu machen. Zu Beginn hören Sie ein Stück, das an Morsezeichen erinnert.“

Pia Kleine Bußmann eröffnete damit als erste den Musikerreigen. Und sie ließ eine so ganz andere Orgel erklingen, als es die Zuhörer sonst gewohnt sind. Neben den Morsezeichen ließen sich Maschinenklänge ausmachen, dann wieder rollte quasi eine bedrohliche Welle aus dem Kirchenschiff heran. Die Besucher, die vom Marktplatz aus durch die während des gesamten Konzerts offenen Türen hereinspazieren konnten, erlebten futuristische Klänge. An übliche Kirchenkonzerte erinnerte hier rein gar nichts. Nächstes Stück, neuer Organist: Funkfeuer wurden hier vertont. Und der Musiker selbst ließ neben der Orgel auch noch pfeifenartige Instrumente erklingen.

Ein offenes, moderiertes Werkstattkonzert, bei dem der Kirchenraum einmal anders wahrgenommen werden kann und die Orgel zeigt, was so alles in ihr steckt. Susanne Reimann und Andreas Fröhling erläuterten zwischendurch ihre Idee zur neuen Konzertreihe: „Orgel for future hat nichts mit Friday for future zu tun, aber zukunftsweisend wollen wir damit genauso sein.“ Ungewöhnliche Klänge den Menschen nahe bringen, zeigen, dass die Orgel eben auch futuristische, moderne Musik erklingen lassen kann. Morsezeichen kann sie absetzen, Funkfeuer lässt sich mit diesem Instrument erzeugen, sie kann pfeifen und grollende Maschinenklänge erzeugen.

 „Ich möchte die Zuhörer dazu animieren, mehr zu horchen und zu lauschen, nicht immer nur klassische Orgelkompositionen anzuhören“, erläuterte Dominik Susteck dazu. Was die Besucher dieses Konzerts denn auch bereitwillig taten. „Es war ungewohnt, aber durchaus sehr hörenswert“, resümierte eine ältere Zuhörerin. Und aus der Sitzreihe hinter ihr, natürlich mit dem gebotenen Abstand, gab es zustimmendes Nicken. „Sehr spannend, was sich doch so alles mit der Orgel machen lässt.“ Und wer auf den Geschmack gekommen ist, das nächste „Orgel for future“-Konzert findet am 23. September statt. Dann soll die elektronische Orgel in den Mittelpunkt rücken.

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