„Falsches Datum, falsche Uhrzeit, falscher Ort“, mit diesen Worten umschrieb Andreas Fröhling, der die Konzertreihe 2003 ins Leben rief, die besonderen Umstände dieses Emporenkonzerts in der Ückendorfer Kirche. Denn normalerweise versammeln sich Musizierende und Zuhörerinnen und Zuhörer immer wieder am 15. eines Monats auf der Orgelempore. „Und immer um 19.00 Uhr, das steht fest in meinem Kalender“, bekräftigt eine Besucherin. Nun, diesmal begann das Konzert schon zwei Stunden früher. Fleißige Mithelfende hatten die Nicolai-Kirche festlich mit Luftballons geschmückt. Im Altarraum erstrahlte eine güldene 175.
Die Orgel, vor 23 Jahren Anlass für diese Konzertreihe, durfte sich diesmal etwas ausruhen. Im Mittelpunkt stand das Blechbläserensemble von BACK TO BRASS, und startete bei „O du fröhliche“ erst einmal ganz leise mit einer Triangel, bevor sich dann die Blasinstrumente festlich dazu gesellten.
Zum Abschluss der Weihnachtszeit brachten die Musiker noch einmal beliebte Klassiker zu Gehör, mal feierlich, mal fröhlich, zum Mitklatschen und Mitwippen. Zwischendurch gaben Mitglieder des Bläserensembles Wissenswertes, auch Skurriles zu einzelnen Liedern zum Besten. Etwa, dass es einige Alternativ-Strophen zu „O Tannenbaum“ gab, etwa „O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte.“
Und da der Austausch zwischen Musikern und Publikum bei dieser Konzertreihe stets auch im Mittelpunkt steht, hieß es gleich beim zweiten Stück: „Bitte mitsingen!“ Sodann erfüllte ein „Herbei, o ihr Gläubigen“ kraftvoll das gesamte Kirchenschiff.
Die einzigartige Faszination und die verbindende Kraft der Musik wurden auch beim 175. Emporenkonzert deutlich. „Am 30. Januar 2003 begann die Reihe anlässlich des 1. Geburtstags der neuen Orgel. Dabei hat Andreas Fröhling durch die vielen Erklärungen die Zuhörenden stets mitgenommen,“ betonte Pfarrerin Britta Möhring in ihren Dankesworten. Und bekräftigte den Wunsch wohl aller Anwesenden, dass noch viele Konzerte folgen mögen.
„Thank you for the music“, der Abba-Klassiker erklang zum Schluss in einer Bearbeitung für Blechbläser und Klavier. Und das Publikum dankte mit kräftigem Applaus und Standing Ovations. FHR
Text: Frauke Haardt-Radzik
Fotos: Cornelia Fischer



