Eine tolle Kindheit erleben

Die Evangelische Johanneskirche hat ein schönes Denkmal bekommen: den Johanneshof

Einen eigenen Straßennamen hat die Siedlung an der Warendorfer Straße erhalten, um an die Evangelische Johanneskirche zu erinnern. FOTO: KATHARINA BLÄTGEN

Auf der Straße spielen können die Kinder im Johanneshof ohne Gefahr. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Freiwillig würde hier keiner wegziehen“, sind sie überzeugt. Sandra Borchert und Manuela Lukowski fühlen sich rundum wohl im Johanneshof  - und nicht nur sie, sondern auch ihre Familien. „Manche Leute sind schon skeptisch, wenn sie hören, dass in unserer Mini-Siedlung so viele Kinder wohnen. Die stellen sich vor, dass hier rund um die Uhr die Post abgeht“, hat Sandra Borchert erfahren. Aber, so versichern die beiden Mütter, die gemeinsam fünf der 76 Kinder stellen, ganz gelassen: „Das verteilt sich.“ Schließlich gehen die Kinder zur Schule, in den Kindergarten, auf den Sportplatz oder sie sitzen -wie heute- an einem heißen Sommertag vor einer der Haustüren und spielen Karten. Friedlich geht’s her. Manuela Lukowski erzählt: „Die Kinder lernen, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Wenn die Kleineren abends im Bett sind und ein Größerer meint, er müsste noch mit dem Bobbycar über das Pflaster rattern, dann sagt man ihm Bescheid und die Sache ist erledigt.“

Die Erfolgsgeschichte des Johanneshofes beginnt mit einem mutigen Presbyterium, dem der Evangelischen Kirchengemeinde Resser Mark. Bereits 2001 sahen die Kirchenältesten klar, wohin die Reise ihrer kleinen Kirchengemeinde mit rund 1800 Mitgliedern gehen würde, dass sie sich ihre „eigene“ Kirche nicht mehr lange würde leisten können. Statt diese Entwicklung passiv abzuwarten und langfristig weite Wege zu einer anderen evangelischen Kirche in Kauf zu nehmen, ergriff der Kirchenvorstand die Initiative. Nach einem intensiven Diskussionsprozess und viel Überzeugungsarbeit zog die Gemeinde um in die katholische Kirche der Resser Mark, heute das „Ökumenische Zentrum St. Ida“ – und zwar mit Sack und Pack: Kirche, Gemeindehaus und Kindergarten wanderten in die rund 800 Meter entfernten, zentral am Marktplatz gelegenen Gebäude. Es blieb die Frage, was mit dem großen Gelände an der Warendorfer Straße geschehen sollte. „Wir haben uns nächtelang die Köpfe heiß geredet“, erinnert sich Michael Blätgen, der damalige Gemeindepfarrer. „Die Erbpacht einfach an die Stadt zurückgeben? Seniorengerechte Wohnungen bauen? Es gab so viele Möglichkeiten und zugleich so viele Unwägbarkeiten.“

Doch schließlich fiel die Entscheidung für eine familiengerechte Siedlung. Der Clou daran: Es sollten keine Eigenheime werden, sondern Miethäuser, die sich auch junge Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen leisten können. In der Immobilienfirma Potthoff (Hamm) wurde ein passender Partner gefunden. Und so entstand 2006 auf dem Gelände der Kirchengemeinde der Johanneshof: 32 Einfamilienhäuser zur Miete, jedes mit zwei bzw. drei Kinderzimmern und einem Garten.

„Wo können Kinder noch so eine tolle Kindheit erleben?“ fragt Sandra Borchert und weiß gar nicht, wo sie anfangen soll mit dem Aufzählen der Vorteile. Platz gibt es genug, zum Wohnen und zum Spielen, keinen Durchgangsverkehr auf der Straße und das Naturschutzgebiet beginnt gleich hinter den Häusern. „Die Kinder können hier viel eher selbständig werden“, ist sich Manuela Lukowski sicher. „Früher in der Etagenwohnung war gar nicht daran zu denken, sie alleine aus dem Haus zu lassen. Hier dürfen sie raus – und treffen sofort andere Kinder, mit denen sie spielen können.“

Natürlich leben die Familien dicht an dicht. „Aber man hat auch viel Privatsphäre“, findet Sandra Borchert. Und sie schätzt die Freiheiten des ‚eigenen’ Hauses: „Ich kann selbst bestimmen, wann ich den Flur putze, den Weg fege oder die Wäsche aufhänge.“

18 Häuser gehören der Kirchengemeinde und 18 der Wohnungsbaugesellschaft Potthoff, die auch die Verwaltung übernommen hat. Dass die beiden Eigentümer sich viel Mühe gegeben haben mit der Auswahl der Mieter, war vor knapp zwei Jahren sowohl für die Borcherts als auch für die Lukowskis sehr aufregend. Doch heute finden die beiden Familienfrauen, dass sich die Mühe gelohnt hat. „Wir haben eine gute Gemeinschaft hier. Wir feiern gemeinsam Feste, passen gegenseitig auf die Kinder auf und kommen prima miteinander aus.“ KB

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