Eine heilsame Auszeit

Ökumenische Exerzitien unter Corona-Bedingungen

Ein Gebetshocker oder Meditationsschemel, der jeweilige Bibeltext, eine Kerze, viel mehr braucht es nicht für das tägliche Gebet in der Stille.

Ein Gebetshocker oder Meditationsschemel, der jeweilige Bibeltext, eine Kerze, viel mehr braucht es nicht für das tägliche Gebet in der Stille.

Für alle Teilnehmenden wird regelmäßig persönliche geistliche Begleitung angeboten. So wie hier durch Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn wenden sich auch die anderen Geistlichen per Telefon oder online an jeweils einen Teilnehmer, um Fragen zu klären oder über Bibeltexte zu diskutieren. FOTOS: PRIVAT

Für alle Teilnehmenden wird regelmäßig persönliche geistliche Begleitung angeboten. So wie hier durch Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn wenden sich auch die anderen Geistlichen per Telefon oder online an jeweils einen Teilnehmer, um Fragen zu klären oder über Bibeltexte zu diskutieren. FOTOS: PRIVAT

WATTENSCHEID – Täglich eine persönliche Zeit der Stille, an einem Platz in den eigenen vier Wänden oder an einem stillen Ort irgendwo in der Natur. Zeit für ein kontemplatives Gebet, auch Herzensgebet genannt, und die Beschäftigung mit einem Bibeltext. Das ist Inhalt der Exerzitien, die nun zum zweiten Mal von der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid, gemeinsam mit der katholischen Nachbargemeinde St. Gertrud, angeboten werden.

Im vergangenen Jahr fanden sich dafür Menschen im Alter von Mitte vierzig bis Anfang achtzig zusammen. Jede und Jeder für sich, aber auch im intensiven Austausch mit Gleichgesinnten. Mit Beginn der Passionszeit finden sich auch in diesem Jahr wieder Interessierte, die besondere spirituelle Wege und einen neuen Zugang zum eigenen Glauben suchen. Und sich mit den Anderen auch in diesem Jahr überwiegend online oder per Telefon austauschen und über die jeweiligen Bibeltexte miteinander diskutieren.
 

Begleitung digital oder telefonisch

„So etwas mach ich sonst nie, doch es tut gut zu wissen, der oder die macht da auch mit. / Wenn ich in meiner Meditationsecke sitze, weiß ich, dass die anderen dann auch grad bei sich dort sitzen.“ Solche Äußerungen haben Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn und sein katholischer Kollege der Nachbargemeinde, Ralf Tietmeyer, von so manchem Teilnehmer im letzten Jahr gehört. Neben der täglichen persönlichen Auszeit und der Vertiefung in die angebotenen Bibeltexte gibt es für alle auch eine regelmäßige telefonische oder digitale Begleitung. Zu diesem Team gehören zudem Pfarrerin i.R. Dora Maria Teidelt und Klinikseelsorger Thomas Jarck. Einmal pro Woche oder alle vierzehn Tage nimmt einer der Geistlichen Kontakt zu einem oder einer aus dem Teilnehmerkreis auf. „Wir telefonieren oder verabreden uns online für diesen Austausch“, so Uwe Gerstenkorn. „Manchmal stehen mehr praktische Fragen zu den Meditationen an, manchmal diskutieren wir über den Inhalt der Bibeltexte oder es geht einfach um persönliche Lebensfragen.“
 

Bibeltexte geben Zuversicht im Glauben

Auch Martin und Birgit Büter machen bei diesem ökumenischen Projekt mit. Ökumenisch geht es bei den beiden auch zuhause zu: Martin ist katholisch, Birgit evangelisch. Ihre Auszeiten nehmen sie sich jeweils allein. „Ich habe dafür keine festgelegte Zeit. Ich kann mich sogar beim Kartoffel schälen innerlich zurückziehen, oder abends im Bett. Ich denke auch beim Bügeln schon mal über Bibeltexte nach“, stellt Birgit Büter fest. Anders als Ehemann Martin, seit einem Jahr im Ruhestand und nach wie vor an feste Zeiten und Abläufe gewöhnt: „Ich gehe jeden 2. Tag in die Stille, immer zu einer festen Zeit.“ Das Herzensgebet begleitet ihn immer dabei, sagt der 67-Jährige, es bringe ihn aus der Unruhe des Tages in die Stille hinein. „Es ist stets der Einstieg, danach wandern dann die Gedanken. Doch das Herzensgebet zieht mich in den Ursprungsgedanken zurück.“ Auch für Birgit Büter haben der Rückzug und die Kontemplation einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben: Das Herzensgebet gibt mir Halt und die Auseinandersetzung mit den Bibeltexten Zuversicht im Glauben!“

Einmal pro Woche wird allen Teilnehmenden der jeweilige Predigttext der Woche zugesandt. Dann kann sich jede und jeder intensiv mit diesem Text auseinandersetzen. Zusätzlich gibt es zu Beginn der Exerzitien eine genaue Anleitung zum Herzensgebet.
 

Gemeinsamer Auftakt per Zoom am Aschermittwoch

Als ein ökumenisches Projekt starteten die Exerzitien im letzten Jahr – und die Nachfrage war überraschend groß. „Im strengen Lockdown meldeten sich 19 Teilnehmer*innen für das Angebot. Für viele war es eine heilsame Auszeit in dieser Krisenzeit.“, stellt Gerstenkorn fest. Die Resonanz war so gut, dass das Angebot bis Pfingsten weitergeführt wurde.

Wer sich angemeldet hat, nimmt sich jeden Tag eine Zeit für Stille und irgendwann in der Woche eine Zeit zur Beschäftigung mit dem zugesandten Bibeltext. Darüber hinaus wird ein Gespräch zur geistlichen Begleitung verabredet. „Im letzten Durchgang haben es alle als eine intensive Gemeinschaft erlebt, obwohl man nicht direkt, sondern nur über Telefon oder Internet zusammenkommen konnte“, resümiert Pfarrer Gerstenkorn und ist schon gespannt, wer wohl in diesem Jahr wieder mit dabei sein wird. „Diesmal soll es einen gemeinsamen Auftakt geben. Per Zoom wollen wir am Aschermittwoch starten und dabei sollen sich die Teilnehmenden auch sehen und miteinander schon mal austauschen können.“ Martin und Birgit Büter wollen ganz sicher auch wieder dabei sein.

Interessierte können sich bei Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn unter Uwe.Gerstenkorn(at)kk-ekvw.de oder 02327 30 32 53 melden.

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