Die Menschen so nehmen, wie sie sind

Helmut Mohr, Geschäftsführer des Offenen Ganztags an Schulen, geht in den Ruhestand

Fröhlich und beharrlich hat sich Helmut Mohr viele Jahre für die Evangelische Jugend im Kirchenkreis stark gemacht. PHOTO: CORNELIA FISCHER

Fröhlich und beharrlich hat sich Helmut Mohr viele Jahre für die Evangelische Jugend im Kirchenkreis stark gemacht. PHOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Mir war schon immer klar, dass ich beruflich etwas mit Menschen machen wollte.“ Das spätere Arbeitsfeld hatte der gebürtige Essener schon früh vor Augen. Deshalb zog es Helmut Mohr nach Ende der Schulzeit zum Pädagogik-Studium nach Münster. 1982 machte er dort seine Diplomarbeit, bewarb sich anschließend auf eine offene Stelle in Wattenscheid-Höntrop und wurde für die folgenden 13 Jahre Jugendleiter der dortigen evangelischen Kirchengemeinde.

Kinderbibeltage, Ferienfreizeiten, offene Tür und immer wieder Schulung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Der heute 63-Jährige denkt sehr gern zurück an die Zeit: „Wir hatten viele Ehrenamtliche und konnten ein tolles Programm anbieten. Und jeden Mittwoch hieß es von 18 bis 21 Uhr: it´s Discotime! Bis zu 150 Jugendliche kamen dazu regelmäßig. Doch nur, wer offizielles Clubmitglied war und einen Ausweis vorweisen konnte, erhielt Zutritt. „Offene Teestube, Jugendcafé, damals war unser Haus sehr gefragt“, erinnert sich Mohr gern an die aktiven 80er Jahre zurück.

Doch die Zeiten änderten sich, die Jugendlichen sind mittlerweile wesentlich mobiler geworden, die Angebote vielfältiger. Als dann die offene Ganztagsschule (OGS) mit ihrem Programm aufkam, blieben viele Kinder nachmittags in der Schule und kamen eben nicht mehr zu den kirchlichen Treffs. „Diese Entwicklung war für uns zunächst nicht absehbar. Erst dachten wir, wir könnten den Zug der OGS an uns vorbei ziehen lassen.“ Doch Jugendleiter Mohr erkannte frühzeitig, wie die Gemeinden auf diese Umbrüche am besten reagieren sollten: „Wir mussten eine Verknüpfung hinbekommen, zwischen der offenen Ganztagsschule (OGS) und dem kirchlichen Angebot“, war schnell seine Idee. Um diese erfolgreich und beharrlich nicht nur für Höntrop sondern den gesamten Kirchenkreis umsetzen zu können, wechselte Mohr nach 13 Jahren Gemeindearbeit zum Jugendpfarramt Gelsenkirchen und wurde dort Jugendreferent. Nun war er für die Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jugendbereich des gesamten Kirchenkreises verantwortlich und er war für die jugendpolitischen Aufgaben zuständig. „Mir war es immer wichtig, über den jeweiligen Tellerrand zu gucken. Deshalb habe ich mich viele Jahre in der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft offene Türen (ELAGOT) engagiert.“ Mit all seiner tatkräftigen Beharrlichkeit hat Mohr dabei auch landesweite Institutionen mit ins Leben gerufen. So ging beispielsweise eine NRW- weite Unterschriftensammlung auf seine Initiative zurück. Damit sollte der Landtag gezwungen werden, sich damit zu beschäftigen, eine gesetzliche Absicherung für die Jugendarbeit zu diskutieren.

Wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des fröhlichen Jugendreferenten blieb es aber, die Verknüpfung zwischen kirchlichen Angeboten und der offenen Ganztagsschule hinzubekommen. Als ein gutes Beispiel sah Mohr das Angebot in Gelsenkirchen – Rotthausen. Hier wurde die Evangelische Offene Tür von Anfang an mit der offenen Ganztagsschule verknüpft. „Die Kinder gehen an einem Tag pro Woche direkt nach Schulschluss nachmittags ins Evangelische Jugendheim. Zusätzlich arbeiten die dort auch in den Ferien mit den Kindern der OGS. Offene Türen sind ja ein Angebot für alle Kinder im jeweiligen Stadtteil. Dort wird große Integrationsarbeit geleistet“, stellt Mohr anerkennend fest.

Schließlich begann der Evangelische Kirchenkreis, Trägerschaften für offene Ganztagsschulen zu übernehmen. Um all diese Aufgaben bewältigen zu können, wurde, angeregt durch die landeskirchliche Visitation 2008, entschieden, ein eigenes Referat für den offenen Ganztag an Schulen zu bilden. Geschäftsführender Leiter wurde Jugendreferent Helmut Mohr. Für den Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid war er nun für 15 offene Ganztagsschulen mit rund 1000 Grundschülern zuständig. Mit all seiner Kraft bemühte sich Mohr um den weiteren Ausbau des schulischen offenen Ganztags und dessen Verzahnung mit kirchlichen Angeboten. Mehr denn je war nun auch sein politisches Engagement gefragt. So demonstrierte er mit vielen Aktiven für eine deutliche finanzielle Aufstockung der Landesmittel und einheitliche Standards für die Nachmittagsbetreuung der Grundschüler

Die Menschen so nehmen, wie sie sind: Mohrs Lebensmotto kam ihm nun auch in seiner neuen Position zu gute. Denn hier musste er plötzlich mit Schulleitungen zusammenarbeiten. Für Mohr eine völlig neue Erfahrung. „Ich glaube, dass mir das ganz gut gelungen ist.“

Jetzt heißt es Abschied nehmen. Den baldigen Ruhestand will Helmut Mohr gern bewegt angehen. Fahrrad fahren, Wanderurlaube und Skifahren stehen jetzt auf seiner to-do-Liste ganz weit oben.

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